mit Ulrich Irnich & Markus Kuckertz

Shownotes

In Folge 86 des Digital Pacemaker Podcasts sprechen Markus Kuckertz und Ulrich Irnich mit Dr. Alexander von Frankenberg, einem der prägenden Köpfe des deutschen Venture-Capital- und Start-up-Ökosystems, über Bitcoin, Blockchain und die Zukunft digitaler Wertspeicher. Im Mittelpunkt steht Bitcoin als digitales Wertaufbewahrungsmittel mit klar begrenzter Menge, hoher Liquidität und globaler Transportierbarkeit – und damit als bewusste Alternative zu klassischen Assets wie Immobilien oder Gold. Gemeinsam diskutieren sie Chancen und Risiken von Volatilität, emotionale Investitionsentscheidungen, regulatorische Rahmenbedingungen sowie den Energieverbrauch von Blockchain-Technologien. Darüber hinaus beleuchtet die Episode die Stärken und Schwächen des Innovations- und Gründungsstandorts Deutschland, insbesondere in frühen Phasen, und zeigt, warum langfristiges Denken, technologische Substanz und ein nüchterner Blick auf Skalierung entscheidend für nachhaltigen Erfolg sind.

Hier findet ihr das Buch von Alex zum Thema Bitcoin:

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Zusammenfassung

In dieser Episode des Digital Pacemaker Podcasts sprechen wir mit Alex von Frankenberg, einem der führenden Köpfe im deutschen Venture-Capital- und Start-up-Ökosystem, über das Thema Bitcoin und seine Rolle im Wertetransfer und in der digitalen Wirtschaft. Alex teilt seine Erfahrungen und Einsichten zu Kryptowährungen und beleuchtet, warum Bitcoin für ihn weniger eine Währung als vielmehr ein digitales Wertaufbewahrungsmittel ist. Besonders betont er, dass Bitcoin durch seine begrenzte Menge von 21 Millionen Einheiten und seine dezentrale Natur ein einzigartiges Asset darstellt, das in der Lage ist, Stabilität und Sicherheit zu bieten.

Wir diskutieren die technische Grundlage hinter Bitcoin – die Blockchain – und die damit verbundenen Herausforderungen, insbesondere den Energieverbrauch. Alex argumentiert, dass der Energieverbrauch pro forma nichts Schlechtes sei, wenn er aus erneuerbaren Quellen stammt. Er hebt das Beispiel von Bhutan hervor, wo man mit nachhaltiger Wasserkraft Bitcoin-mining betreibt und somit Wohlstand schafft. Dies zeigt auf, wie Blockchain-Technologie nicht nur als Finanzmittel, sondern auch zur wirtschaftlichen Entwicklung genutzt werden kann.

Ein weiterer zentraler Punkt unserer Unterhaltung sind die Herausforderungen und Chancen für Gründer in Deutschland. Alex reflektiert die Stärken des deutschen Start-up-Ökosystems, insbesondere in der frühen Phase der Gründung, dank der starken Technologiebasis und der Unterstützung durch Fonds. Allerdings erkennt er auch die Schwierigkeit, wenn es um späterere Finanzierungsrunden und Skalierung geht. Er warnt vor der Tendenz von Gründern, ihre Unternehmen zu früh zu verkaufen, anstatt langfristig an deren Wachstum zu arbeiten und sich auf die Entwicklung von Weltmarktführern zu konzentrieren.

Abschließend ermutigt Alex angehende Unternehmer, auf harte Arbeit, Anpassungsfähigkeit und eine positive Streitkultur zu setzen. Während er auf die Notwendigkeit des “Pivots” hinweist, droht das Scheitern durch interne Konflikte, die nicht gelöst oder in die richtige Richtung gelenkt werden. Diese Episode bietet einen tiefen Einblick in die Denkweise eines erfahrenen Investors und Gründers, der sowohl optimistisch als auch realistisch über die Zukunft von Bitcoin, Blockchain und dem Start-up-Umfeld in Deutschland spricht.

Transkript

Alex von Frankenberg:[0:00] Ich habe mal einen Spruch gehört von dem PIXUM-Gründer Daniel Attala. Der hat mal gesagt, und den Spruch habe ich für mich übernommen, der Pessimist hat öfters recht. Ja, weil das meiste funktioniert dann doch nicht so richtig. Aber der Optimist hat das bessere Leben, weil die Dinge, die dann doch funktionieren, die sind dann so groß, dass sozusagen die Dinge, die nicht funktioniert haben, überkompensiert werden. Und man findet die Dinge, die funktionieren, nur dann, wenn man optimistisch ist, wenn man danach sucht. Wenn man alles sozusagen mit einer negativen Brille betrachtet, dann erkennt man nicht die echten Chancen, dann ziehen die an einem vorbei.

Markus Kuckertz:[0:51] Herzlich willkommen zum Digital Pacemaker Podcast. Lieber Uli, heute ist es soweit. Heute werden wir endlich über Bitcoin sprechen. Ich begrüße dich.

Ulrich Irnich:[0:59] Hallo Markus, danke. Ja, endlich mal über was Vernünftiges zu sprechen und gucken, wo das hinmarschiert mit den Bitcoins.

Markus Kuckertz:[1:06] Wir haben uns ja lange vor dem Thema so ein bisschen, naja, wir haben uns lange zurückgehalten, weil wir tatsächlich niemanden gefunden haben, mit dem wir da richtig drüber sprechen konnten. Und heute ist es soweit, denn unser heutiger Gast ist Dr. Alexander von Frankenberg, promovierter Betriebswirt und einer der prägendsten Persönlichkeiten des deutschen Venture-Capital- und Start-up-Ökosystems. Er war über viele Jahre Geschäftsführer des Hightech-Gründerfonds, wo er die Frühphasenfinanzierung, Entwicklung und Skalierung zahlreicher technologieorientierter Start-ups verantwortete und hat BWL an der Uni Mannheim studiert. Seit Anfang des Jahres 2025 hat Alex das Buch mit dem Titel Bitcoin, das ehrliche Geld, veröffentlicht. Lieber Alex, wir freuen uns sehr, dass du heute bei uns zu Gast bist.

Alex von Frankenberg:[1:46] Lieber Markus, lieber Ulle, ich freue mich auch sehr. Und da gibt es ganz viel zu erklären.

Markus Kuckertz:[1:50] Ich würde noch mal gerne ein wenig auf die Themen kommen, über die wir heute sprechen. Weil wir uns natürlich im Vorfeld auch mit dir beschäftigt. Und wir wollen darüber reden. Erstens über Kryptowährungen und Bitcoin. Kryptowährungen stehen für eine grundlegende Digitalisierung des Wertspeichers über alle Assetklassen hinweg. Bitcoin nimmt dabei eine Sonderrolle ein durch seine begrenzte Menge, globale Zugänglichkeit und rein digitale Existenz. Für Alex ist Bitcoin weniger Währung als digitales Wertaufbewahrungsmittel und eine bewusste Alternative zu klassischen Assets wie Mobilien, gerade mit Blick auf Mobilität, Teilbarkeit und Systemunabhängigkeit. Dann wollen wir sprechen über Blockchain und Infrastruktur. Blockchain ist das technologische Fundament hinter Kryptowährungen. Ein dezentrales, transparentes und manipulationsresistentes System. Kritisch diskutiert wird vor allem der Energieverbrauch. Gleichzeitig zeigen Beispiele wie Bhutan, dass Blockchain und Mining auch mit erneuerbaren Energien gedacht werden können.

Markus Kuckertz:[2:44] Entscheidend ist nicht die Technologie allein, sondern wie und wo sie eingesetzt wird. Und zu guter Letzt wollen wir noch sprechen über, wie soll es anders sein, wenn du zu Gast bist, Technologie und Gründungspotenzial in Deutschland.

Alex von Frankenberg:[2:55] Deutschland ist stark.

Markus Kuckertz:[2:56] In frühen Gründungsphasen. Talente, Technologie und Ideen sind vorhanden. Schwieriger wird es bei Skalierung und späten Finanzierungsrunden. Alex blickt differenziert auf den Standort, bullisch auf technologische Substanz, zugleich realistisch bis kritisch auf Kapitalverfügbarkeit, Regulierung und Wachstumspfad. Gut, Uli, wir sprechen über das Thema Bitcoin und wenn ich dich jetzt heute fragen würde, würdest du dein Geld eher in eine Wohnung investieren oder in einen digitalen Vermögenswert ohne Wände? Wie ist deine Sicht?

Alex von Frankenberg:[3:28] Kommt drauf an.

Ulrich Irnich:[3:29] Muss man fairerweise sagen. Also wenn du natürlich auf Stabilität setzt, investierst in Immobilien, weil Häuser und Wohnungen braucht jeder. Und da kannst du natürlich auch Mieteneinnahmen mit generieren. Wenn du natürlich über massive Vermögensvermehrungen nachdenkst, dann musst du tatsächlich über Kryptowährungen nachdenken. Dann musst du halt auch ein bisschen, wie sagen wir so schön, mental stabil sein, dass wenn das mal runterkracht und danach wieder hochkommt, du daran Glauben hast. Und bisher ist es ja auch genau immer so, hat es sich ja im Prinzip so entwickelt. Wir wissen aber auch, dass wir beide, Markus, da kann ich mich auch ganz gut daran erinnern, viel über immersive Technologien gesprochen haben, über Augmented Reality und VR und so ein Zeug. Und dann haben auch viel über NFTs gesprochen. Da gab es auch mal eine ganze Zeit lang einen ganz großen Hype und ist im Moment ein bisschen ruhiger geworden. Und da müssen wir auch nochmal gleich drüber sprechen. Lieber Alex, klasse, dass du hier bei uns bist. Und ich habe direkt mal eine Frage für dich. Du kommst aus dem klassischen Venture-Capital- und Gründerumfeld oder auch Technologieumfeld. Was war denn für dich der persönlich prägende Moment, wo du gesagt hast, ich setze jetzt mal auf Bitcoin?

Alex von Frankenberg:[4:39] Also der ganz persönlich prägende Moment war, ich hatte im November 2015 einen Pitch-Termin von zwei Gründern. Die haben ihr Startup Bitwala pitcht. Das haben wir auch finanziert. Und das ist dann als Nuri letztlich gescheitert, ist dann aber dann wieder im Restart, versuchen sie es jetzt nochmal. Und die Gründer waren total begeistert, hatten leuchtende Augen von Bitcoin. Und ein Indikator für gute Investments ist, wenn die beteiligten Personen, vor allem Kunden, Nutzer oder eben auch Gründer, total begeistert sind. Also Beispiel vor dem iPhone, lange Schlangen. Dann wissen wir, kauft die Aktie, wird erfolgreich werden. Oder alle reden über Amazon, wie toll das ist, wenn man die Sachen geliefert kriegt, jetzt schon länger her. Oder alle reden über Tesla, begeistert, tolles Auto, man kann überall hinfahren, überladen, mit Superchale. Das garantiert nicht den Erfolg, aber es ist ein sehr überproportionaler Erfolgsindikator. Und so haben die über Bitcoin geredet und da habe ich gesagt, jetzt beschäftigst dich mal damit, probierst es mal aus. Und ausprobieren hieß für mich, ich kaufe halt mal ein Bitcoin, damals 300 Euro, und habe den dann hin und her geschickt und versucht zu verstehen. Und es ist eben so, wenn man mal was hat, eine Aktie, ein Bitcoin, dann geht der Filter auf im Kopf und man liest viel mehr drüber und lernt viel mehr drüber. Und so bin ich eingestiegen in das Thema Bitcoin.

Ulrich Irnich:[6:06] Hast du denn jetzt auch schon, ich sage es einfach mal, die neueste Fiber-Technologie, dass du mit Low Latency auch schnell handeln kannst?

Alex von Frankenberg:[6:12] Also ich bin jetzt nicht so der Trader, Also gar nicht. Und ich glaube, als Seed, Early State Winter Capital Investor, hat man eher eine sehr lange Perspektive, 10 bis 20 Jahre und noch länger, weil so lange dauert es, bis halt große Technologien sozusagen sich entwickeln oder Startups eben erfolgreich sind. Und das ist schon auch die Perspektive, die ich generell an Investments lege. Also auch wenn ich eine Aktie kaufe, dann kaufe ich die nicht, damit ich die in sechs Monaten mit 30% Gewinn verkaufen kann, sondern eher auf eine Sicht von zehn Jahren. Deswegen nicht reden, sondern wie Warren Buffett gesagt hat, buy low, sell never.

Markus Kuckertz:[6:49] Das hast du ja eben schon in unser kleines Fach simpel gehört. Bitcoin versus Immobilien. Und von dir stammt das ja, dass du sagst, Bitcoin ist eher ein digitaler Wertspeicher als eine klassische Währung. Wenn du uns vielleicht nochmal erklärst, was unterscheidet denn Bitcoin in dieser Rolle fundamental von Immobilien oder auch Gold?

Alex von Frankenberg:[7:08] Also ganz wichtig, Bitcoin ist limitiert auf 21 Millionen. Aktuell sind wir kurz vor 20 Millionen, die sozusagen entstanden sind. Eine Million Bitcoin werden noch.

Ulrich Irnich:[7:18] Entstehen in den nächsten

Alex von Frankenberg:[7:19] Über 100 Jahren und darüber hinaus eben nicht mehr. Also es kann nicht über 21 Millionen hinaus inflationiert werden und niemand kann es ändern. Es ist eine dezentrale Technologie. Und wir wissen, es ist transparent, wir wissen alle zehn Minuten, wenn ein Block an die Blockchain drangehängt wird, entstehen neue Bitcoin. Aktuell 3,125. Und das wird alle vier Jahre ungefähr halbiert, dieser Inflationsprozess, dieses Neuentstehen von Bitcoin. Und das führt dazu, dass eben langfristig sich asymptotisch den 21 Millionen annähert. Also begrenzt. Bei Gold wissen wir letztlich ganz genau, ich habe es vor kurzem getwittert, da gibt es so einen Komet, der da so durch die Gegend fliegt, so ein Asteroid, der besteht aus purem Gold und da wäre jeder Bürger auf der Erde Multimilliardär, wenn man dieses Gold auf die Erde holen würde. Wären wir alle Multimilliardäre, wenn wir das Gold holen würden? Natürlich nicht, weil hohes Angebot, Preis runter, zack, Gold wäre nichts mehr wert. Also wir wissen letztlich nicht, wie begrenzt ist Gold. Und am Ende wissen wir praktisch bei keinem Asset, wie begrenzt es ist. Wir wissen tatsächlich, dass ein Haus am Englischen Garten begrenzt ist, weil der Englische Garten ist halt begrenzt oder der Central Park. Aber alle anderen Immobilien sind nicht so sehr begrenzt. Da wird Bauland ausgewiesen, können neue Häuser, Wohnungen gebaut werden und dann gibt es halt mehr Häuser, mehr Wohnungen, nicht begrenzt.

Alex von Frankenberg:[8:48] Ganz entscheidender Nachteil noch, die Immobilie, wie der Name sagt, ist Immobil. Ich kann sie nicht mitnehmen. Und wenn man mal überlegt, wenn man mal hektisch, ungeplant seinen Standort wechseln müsste, fliehen müsste, was kann man mitnehmen? Nix, außer Bitcoin. Ich kann ein bisschen Gold mitnehmen, kann ich mein Aktiendepot mitnehmen? Nee, kann ich nicht. Kann ich Bargeld mitnehmen? Ja, klar, auch ein bisschen, aber es kann dann auch schnell entdeckt werden, weggenommen werden. Teilbarkeit. Wenn ich 100 Euro brauche, kann ich ein kleines Stückchen Bitcoin verkaufen. Bei der Immobilie geht es nicht. Liquidität, und das ist ein Vor- und Nachteil von Bitcoin, bis ich eine Immobilie verkauft habe, dauert es sechs Monate, je nachdem. Bitcoin kann ich in Milliardenvolumen jeden Tag, auch am Wochenende, auch an Feiertagen handeln. Viel liquider, also teilbar, begrenzt, transparent begrenzt. Niemand kann diese Begrenzung ändern. Hochliquide, transportierbar, weil es eben digital ist, hat schon einige Vorteile gegenüber Immobilien. Und letzter, kein Counterparty-Risiko. Der Mieter, wenn der nicht zahlt, dann habe ich Ärger. Bei Bitcoin kriege ich keine Miete, habe also auch keinen Ärger mit dem Mieter.

Markus Kuckertz:[10:02] Wenn wir das jetzt mal so rumdrehen, mich hast du da eine flammende Rede natürlich für Bitcoin gehalten. Warum hindert die Leute denn das heutzutage daran, da reinzugehen? Man müsste ja eigentlich denken, Mensch, das ist jetzt wirklich der heilige Gral fürs Investmentportfolio.

Markus Kuckertz:[10:15] Was sind die Downsides oder was sind vielleicht auch die meisten Fehleinschätzungen, die Investoren über Bitcoin haben?

Alex von Frankenberg:[10:21] Also ich glaube, der Hauptgrund, warum es noch nicht voll akzeptiert ist, ist es neu. Es gibt es erst seit jetzt mittlerweile 17 Jahren und es dauert halt, bis wir lernen. Also wir sind nicht so die allerschnellsten Lerner, so einzelne schon, aber so die Gesellschaft in Summe, es dauert halt ein bisschen. Und es ist nicht nur neu, es ist eine radikale Neuheit, eine disruptive Innovation. Und je disruptive Innovation ist es, desto schwieriger ist es, die zu verstehen. Warum? Weil es passt halt nicht ins Weltbild. Und gerade am Anfang sind halt neue, disruptive Innovationen auch ein bisschen unreif. Es fehlt die Benutzeroberfläche, das Ökosystem ist noch nicht so ganz ausgereift. Es gibt wenig Leute, die einem das erklären können. Und dadurch ist es eben schwierig, was radikal Neues schnell zu akzeptieren. Und.

Alex von Frankenberg:[11:08] Das haben wir noch nie gemacht, deswegen machen wir es weiterhin nicht. Das hört man ja immer wieder, das hat man gehört, als die Handys kamen, als Internet kamen, als Facebook kamen, als Uber kamen und alles Mögliche. Und ich glaube, wir brauchen einfach Zeit, um das zu lernen. Das ist der Haupthauptnachteil. Der andere Nachteil in der Tat, und das ist eben auch ein Vorteil, ist die Volatilität. Weil ich es eben jeden Tag handeln kann, gibt es immer wieder mal Phasen, wo vielleicht die Liquidität nicht so da ist oder wo halt über verschiedene Mechanismen der Preis sich sehr stark bewegt, auch nach unten. Und insbesondere in Deutschland haben wir eine sehr hohe Verlust-Aversion und da gibt es auch einen Effekt, ich weiß jetzt gerade nicht, wie der heißt, aber der Effekt beschreibt Folgendes, wenn ein Asset 10% fällt und 10% steigt, dann bin ich ja praktisch bei Null wirtschaftlich, emotional bin ich im Defizit. Warum? Weil Fallen sorgt für mehr negative Emotionen wie der gleiche Betrag steigen. So jetzt fällt Bitcoin hoch und runter die ganze Zeit, mehr hoch als runter, weil es halt relativ weit oben ist. Und trotzdem bin ich emotional im Defizit. Das heißt, je emotionaler ich an so ein Investment, an ein Asset rangehe, desto eher trifft mich eine Volatilität, die nach unten geht, emotional negativ. Und dann lasse ich es lieber.

Alex von Frankenberg:[12:23] Wieso wissen wir das? Sehr genau, da gibt es empirische Daten in Deutschland. Nur 18 Prozent aller Deutschen haben Aktien. Warum nicht? Weil sie Angst haben vor der Volatilität, obwohl die Daten zeigen, dass langfristig selbst deutsche Aktien mit 8% rentieren. Amerikanische Tech-Aktien sind wir bei 20% pro Jahr.

Alex von Frankenberg:[12:42] Und ich glaube, diese Volatilität, das ist ein emotionales Thema, die kann man nur sozusagen überkommen, wenn man es verstanden hat. Wenn der Geist sagt, es mir wurscht, wenn es fällt, ich habe es verstanden, langfristig ist es ein sehr aussichtsreiches Investment.

Markus Kuckertz:[12:57] Verstanden. Das heißt also, wenn ich jetzt in meinem Portfolio Bitcoin aufnehmen

Markus Kuckertz:[13:02] wollen würde, was würde denn das dafür einen Stellenwert einnehmen? Soll ich jetzt einfach alles in Bitcoin umschichten, habe ich es platt gesagt, weil das ist wirklich ja sehr überzeugend, dass du sagst, oder wie sollte man das angehen?

Alex von Frankenberg:[13:11] Also für alle erst rate ich tatsächlich davon ab, Bitcoin zu kaufen. Und das meine ich wirklich ernst. Man sollte sich erst mal Bücher kaufen oder Podcasts anhören oder mit Leuten reden, auf Meetups gehen, auf Konferenzen gehen und versuchen, das zu verstehen. Warum? Und das gilt letztlich für alle Investments. Ich kaufe ja auch keine Wohnungen, ohne sie besichtigt zu haben und mir die Gegend angeschaut zu haben. Und vielleicht mal, wenn ich es jetzt für mich selber habe, Probe geschlafen zu haben, gibt es da laute Nachbarn. Und das Gleiche gilt auch für Aktien und alles Mögliche. Man sollte erst mal das nicht nur verstanden haben, sondern auch eine gewisse Überzeugung haben. Und deswegen rate ich tatsächlich von Kaufen ab. Und dann gibt es halt verschiedene…

Alex von Frankenberg:[13:52] Motivationen und Ansätze zu kaufen. Eine Motivation, und ich glaube, das ist wirklich ein wichtiger Punkt, Bitcoin ist ein Asset, was man selber kontrollieren kann, wenn man es in einer eigenen, selbstverwalteten Wallet hält. Und dann habe ich auch die Möglichkeit, Bitcoin tatsächlich mitzunehmen und niemand kann es einem wegnehmen. Jetzt sind wir in Deutschland und Europa da vielleicht in einem rechtssicheren Bereich, Aber es gibt sicher Situationen oder auch Regionen, wo das sehr wichtig ist, dass mir niemand was wegnehmen kann. Wenn ich jetzt in einem komischen Staat lebe, irgendwo auf der Welt, wo die Regierung übergriffig wird und Dinge konfisziert oder wo das Bankensystem sehr fragil ist oder wo ich vielleicht fliehen muss, dann kann das einen sehr hohen Wert haben, wenn ich ein paar Assets sehr problemlos mitnehme oder durch die Welt transferieren kann. Aus der Perspektive, als reine Versicherung für den Case, wer weiß, was passiert, ist eine Allokation von ein paar Prozent sinnvoll. Unabhängig von irgendeiner Rendite.

Alex von Frankenberg:[15:01] Und ich sage immer, bei einer Allokation von 5 Prozent, wenn es dann doch nichts wird, was immer sein kann, dann würde ich im schlimmsten Fall eben, sagen wir mal, 5 Prozent verlieren. Und mein restliches Vermögen, egal wie groß es ist, wenn ich das einigermaßen sinnvoll investiert habe in MSCI World, generiert eine Rendite von vielleicht sogar 8 oder mehr Prozent, dann verliere ich vielleicht eine durchschnittlich halbe Jahresrendite.

Alex von Frankenberg:[15:30] Das würde mich jetzt nicht umhauen. Das heißt, 5, vielleicht 10 Prozent ist eine Menge, aber im Kontext der Rendite des restlichen Portfolios dann doch nicht so viel. und man kann es aus einer Risikoperspektive gut vertragen. Wie sollte ich kaufen? Alles auf einmal? Nee, auf gar keinen Fall, sondern Dollar-Cost-Averaging, kleine Häppchen, regelmäßig kaufen. Das hat dann tatsächlich den Vorteil, wenn es dann doch mal fällt, was immer passiert, dass man dann plötzlich zu einem günstigeren Kurs mehr einkauft und die Volatilität, die nach unten geht, die führt, wenn man regelmäßig kauft, zu einer höheren Rendite. Und zwar zu einer deutlich höheren Rendite. Ich habe das in meinem Buch in einem Kapitel beschrieben. Aber so über den dicken Daumen kann man sagen, je nachdem, eher die doppelte Rendite. Je nachdem, wie stark es fällt und zu welchem Zeitpunkt man da so anfängt. Aber so über den Daumen, grob kann man sich merken, Dollar Cost Averaging. Und das gilt eben auch für Aktien, führt zu einer am Ende höheren Rendite, weil man eben von den Downturns profitiert, weil man mehr Aktien, mehr Bitcoin bekommt für den gleichen Investmentbetrag.

Ulrich Irnich:[16:42] Und du hast einen Punkt angesprochen, Alex, sich auch damit auseinanderzusetzen und das zu verstehen, weil es halt nicht wie ein Lastschriftverfahren, das heißt, wenn ich einmal Bitcoins überweise, sind sie weg, zurückholen ist dann nicht mehr, also das geht nicht mehr. So und das andere Ding ist halt, Bitcoin hat natürlich ein bisschen schlechte Presse, Weil natürlich vor allen Dingen Cyberkriminelle sich sehr stark dieser Währung bedienen. Das heißt, gerade wenn so Ransomware-Attacken stattfinden, wir haben das ja in der Session mit dem Linus Neumann gehabt, dann wird in Kryptowährung gezahlt. Das ist nicht irgendwie, dass einer einen Geldkoffer vorbeibringt, sondern es geht halt an einer Kryptowährung.

Alex von Frankenberg:[17:17] Also, da gibt es ganz viel zu sagen. Einmal, da gibt es klare Statistiken, auch das habe ich in meinem Buch beschrieben. Der Anteil der illegalen Transaktionen bei Bitcoin ist niedriger als der Anteil der illegalen Transaktionen, die mit dem Dollar gemacht werden. Das war vielleicht mal so ganz, ganz am Anfang so, vor zehn Jahren oder noch mehr, tatsächlich, wo Bitcoin noch nicht so gut verstanden war, dass es dann doch überhaupt verwendet worden ist. Mittlerweile gar nicht mehr. Warum nicht? Bitcoin ist nicht so richtig anonym.

Alex von Frankenberg:[17:45] Warum nicht? Weil alle Transaktionen letztlich transparent für immer und ewig in der Blockchain gespeichert werden. So, da steht jetzt kein Name dahinter, sondern da stehen eben anonyme Bitcoin-Adressen dahinter. Aber, und das ist ein sehr wichtiger Punkt, so anonym sind die nicht im Sinne von, die können de-anonymisiert werden. So, was heißt es? Jemand kauft Bitcoin an einer Börse, wo man sich registriert hat und KYC gemacht hat, wie Know Your Customer, wo man sich identifiziert hat. Dann überweist man diese Bitcoin auf eine Wallet. So nicht mit einer 100% Wahrscheinlichkeit, mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit ist es die eigene Wallet. Das heißt, über diesen Weg kann man diese eigentlich anonyme Wallet de-anonymisieren, weil wenn da Bitcoin-Käufe von der Börse hingeschickt werden, dann ist es wahrscheinlich meine eigene Wallet. Und über den Weg sind schon sehr, sehr viele Gauner erwischt worden, die Bitcoin für illegale Transaktionen verwendet haben. Und zwar relativ viele. Es ist ein bisschen aufwendig, aber möglich und deswegen rate ich sehr davon ab, Bitcoin für illegale Transaktionen zu nehmen. Ich rate schon auch davon ab, illegale Transaktionen überhaupt zu machen.

Markus Kuckertz:[18:57] Wenn es denn sein muss,

Alex von Frankenberg:[18:58] Verstehe ich das natürlich.

Markus Kuckertz:[19:00] Aber lass uns doch das als Stichwort nehmen, um vielleicht mal auf das Thema Blockchain und die dahinterliegende Infrastruktur zu kommen. Wenn du das Thema Blockchain mal so auf einen Kern, auf eine Kernfunktion reduzieren müsstest, welches Problem löst denn diese Technologie

Alex von Frankenberg:[19:17] Aus deiner Sicht wirklich? Also die Bitcoin-Blockchain, die ist faszinierend. Und so habe ich es auch zunächst entdeckt. Es ist im Grunde eine Datenbank und zwar eine ganz blöde umständliche Datenbank. Und zwar, wir kennen ja verschiedene Datenbanken, Flat-File-Systeme, relationale Datenbanken, In-Memory-Datenbanken und die haben alle ihre Eigenschaften. In-Memory ganz super schnell. Wichtig für schnelle Transaktionen. Und die Bitcoin-Datenbank, die Bitcoin-Blockchain, die ist umständlich und langsam. Also langsam heißt, die Records, die Transaktionen, die werden nicht innerhalb von Millisekunden wie bei einer In-Memory-Datenbank in die Datenbank reingeschrieben, sondern die werden erstmal gesammelt und dann alle zehn Minuten gebündelt als Block an die Blockchain drangehängt. Das ist der Eintrag in die Datenbank. So alle zehn Minuten, das ist schon recht nicht so schnell, eher schlecht. Zusätzlich ist dieser Prozess, wer darf denn da in die Datenbank reinschreiben, ein ganz komplizierter, rechenintensiver Prozess. Das sind dann die sogenannten Miner, also ganz viele, die im Wettbewerb miteinander stehen, weil jeder wird gern diesen Block da dranhängen. Warum? Weil da gibt es diesen Blockreward von aktuell 3,125 Bitcoin plus die Fees. Also langsam.

Alex von Frankenberg:[20:40] Und aufwendig. Hä? Wofür braucht man das? Was bringt das? Der Vorteil ist, also zusätzlich ist diese Datenbank nicht an einer Stelle, großes Rechenzentrum bei einer Bank oder bei einer Versicherung, sondern die ist verteilt über die ganze Welt. Da gibt es ganz viele Kopien, auch nochmal umständlich. Da gibt es ein paar zigtausend Rechner, die diese Datenbank kopieren.

Alex von Frankenberg:[21:06] Hä? Wofür brauchen wir das? Total ineffizient. Da stehen lauter kleine Rechner rum. Raspberry Pis. So, der Vorteil, und das ist der Use Case, sie ist dezentral. Und niemand kann die Spielregeln, die dazu führen, dass die Dateneinträge gemacht werden, aber auch die bereits geschriebenen Dateneinträge verändern. Das ist was ganz Besonderes. Weil wenn eine Bank sagt, hier haben wir eine Fehlbuchung, wir korrigieren die Buchung oder wir finden den Kunden blöd, wir löschen den Kunden, wir nehmen dem alles weg. Passiert in Argentinien, Dollar-Guthaben wurden zwangsumgetauscht in Peso.

Alex von Frankenberg:[21:50] Da schreibt einfach jemand in die Datenbank der Bank rein, Dollar-Guthaben von 100 Dollar auf 0 runter, Peso-Guthaben entsprechend hoch. Aber die Dollar sind weggegeben. weg. Das geht bei Bitcoin nicht. Also zensurresistent, niemand kann Dinge verändern, niemand kann was wegnehmen und niemand kann die Spielregeln ändern und die Spielregel ist eben begrenzt auf 21 Millionen und damit nicht inflationierbar. Und das ist richtig wertvoll und was Neues, es gab noch nie ein digitales Gut, was sozusagen nicht kopiert werden kann. Der Bitcoin ist entweder hier oder da. Das ist was Neues. Ja, weil Internet kopiert ganz viele Daten. Jeder hat die Info. Aber Bitcoin nicht.

Alex von Frankenberg:[22:40] Und dadurch entsteht die Limitierung, die nicht verändert werden kann und damit ein sehr guter Wertspeicher und das ist gigantisch.

Markus Kuckertz:[22:53] Die Frage nach so einem dezentralen Serversystem provoziert natürlich die Frage nach dem Energieverbrauch. Und das ist ja sicherlich was, was in dem Kontext auch schon mal gerne kritisch diskutiert wird. Und ja, aus deiner Sicht, wie differenziert sollte man denn hier zwischen der Technologie, dem Use Case und dem Thema Energiequelle sein? Was ist denn da so deine Sicht? Und du hattest auch mal das Beispiel Bhutan in

Alex von Frankenberg:[23:15] Dem Zusammenhang gebracht. Also ich bin ja froh, dass es jetzt die KI gibt, weil die KI braucht noch mehr Energie.

Alex von Frankenberg:[23:21] Das heißt, da ist eine neue Zielscheibe entstanden. So, der Energieverbrauch per se ist nichts Schlechtes. Überhaupt gar nicht. Es gibt eine sehr klare Korrelation zwischen je mehr Energie eine Gesellschaft verbraucht, desto besser geht es dir. Also der Energieverbrauch ist sozusagen ein Indikator für steigenden Wohlstand. Und die Frage ist ja, wie entsteht die Energie, wie wird die erzeugt? Wenn die jetzt mit ganz dreckiger Braunkohle erzeugt wird, dann ist es schlecht für den Planeten, weil auch der CO2 emittiert wird und der Planet sich vielleicht aufheizt dadurch. Also die Energieerzeugung ist schlecht. Wenn die Energie renewable erzeugt wird durch Wind und durch Sonne, Wasserkraft, dann ist der Energieverbrauch, der eben auf solche Energie zugreift, gar nicht schlecht. Wenn die Energie übrig ist, also nicht anders verwendet werden kann, dann sorgt die Nachfrage nach Energie durch Bitcoin-Mining für eine höhere Auslastung und für bessere Economics der Energieerzeuger. Und hier kommt tatsächlich, ist Bhutan ein sehr gutes Beispiel. Ich war da vor eineinhalb Jahren da, im Oktober 2024, habe den König persönlich getroffen. Der König hat selber persönlich 2011 Bitcoin entdeckt und hat dann angefangen, 2019 Bitcoin zu meinen. So, Bhutan ist ein armes Land. 150 Dollar Durchschnittseinkommen, das ist nicht viel. Die haben Landwirtschaft, 70 Prozent, ein bisschen Tourismus und exportieren so ein bisschen was.

Alex von Frankenberg:[24:50] Hauptexportgut Energie ist, Wie erzeugen die Energie? Die haben hohe Berge und viel Wasser, Wasserkraft. Also 100% der Energie wird Renewable erzeugt. Das ist eines der ganz wenigen CO2-negativen Länder in der Welt, weil sie keinen CO2 ausstoßen mit der Energieerzeugung. So, jetzt exportieren die Energie nach Indien. Wenn Indien den Strom nicht abnimmt, dann wird der sozusagen verfallen. Sie könnten den nicht nutzen. Und wenn sie jetzt Bitcoin-Miner anschließen, dann können sie Energie nutzen und Bitcoin minen und sammeln, Wohlstand, also Werte erzeugen und zwar eine Menge. Die haben, das schwankt so ein bisschen, die haben so mehr als 10.000 Bitcoin. Das entspricht knapp der Hälfte des Bruttosozialprodukts des Landes. Jetzt übersetze ich das mal auf Deutschland, gut 4.000 Milliarden Bruttosozialprodukte, das wären 2.000 Milliarden Bitcoin. Das ist richtig, richtig viel. Und was machen die mit den Bitcoin?

Alex von Frankenberg:[25:51] Sie bauen das Land auf. Straßen, Schulen, Bildungssysteme, zahlen auch mal die Beamten und finanzieren Importe. Also die halten die Bitcoin nicht nur, sondern sorgen dafür, dass das Land sich nach und nach gut entwickelt. In Deutschland haben wir Windräder, die nicht immer den Wind, den sie bekommen, umsetzen können und den Strom abtransportieren können, weil die Netze überlastet sind oder weil die Nachfrage nicht da ist. Wir zahlen als Steuerzahler dafür über eine Milliarde Kompensation für die Energieerzeuger dafür, dass sie die Windräder abschalten und den Strom nicht produzieren, den sie eigentlich produzieren könnten. Da könnte man auch Bitcoin-Mining betreiben und die Milliarde nicht einfach aus dem Steuersäckel verpulvern, sondern Werte schaffen. Also, was ist der Punkt? Bitcoin Mining hat ökonomische Incentives, möglichst billigen, renewable, übrigen Strom zu nutzen und damit aber auch für den Ausbau der Erneuerbaren zu sorgen. Total sinnvoll.

Ulrich Irnich:[26:46] Das erinnert mich ein bisschen an die Diskussion, sind Kosten alle schlecht? Nee, Waste ist schlecht. Also überall da, wo du, ich sag mal, Blindleistung hast, das ist schlecht, aber überall da, wo du, ich sag mal, damit einen Mehrwert generieren kannst, sind Kosten gut. Und das ist genau dieses Paradoxum, was du viel in Unternehmen hast. Die sagen, alle Kosten müssen runter, was dann so wie ein Kamm über alles geschert wird. Und das ist genauso in deinem Beispiel, wie du es beschreibst mit der Energie. Nicht alles ist schlecht. Und diese differenzierte Sicht auf diese Dinge, die halte ich viel wichtiger in der Diskussion. Und ich weiß, dass im Moment ein größerer Verbraucher mit KI jetzt da ist, definitiv. Aber auch KI in Summe, der Energieverbrauch, der da ist, soll ja dazu führen, dass wir irgendwie halt auch entweder uns selber besser machen oder auch die Welt ein Stück besser machen, beziehungsweise auch Lösungen finden, die wir vorher ohne KI nicht gefunden hätten.

Alex von Frankenberg:[27:38] Absolut. Das KI-Werte stiftet, ich glaube, sehr offensichtlich. Mittlerweile ist eine breite Masse JCPT und auch andere LLMs angekommen. Da kann man eine tolle Geburtstagsrede formulieren oder irgendwelche Dinge verstehen, stellt einfach Fragen. Da ist die Wertschöpfung sehr, sehr offensichtlich. Und darüber hinaus gibt es natürlich ganz viele weitere Anwendungen. Und ja, klar, verbraucht viel Energie. Und es sorgt dafür, dass es super mega starke ökonomische Incentives gibt, billige Energie zu erzeugen. Sagen wir mal, auch neue Energieformen wie Fusionsenergie oder auch noch besseren Solarzellen und Windrädern und vielleicht auch Atomkraftwerk und so weiter. Und was wird passieren? Wir sind alle gerade noch jung genug, um zu erleben, dass wir in 20, 30 Jahren sehr, sehr günstige Energie haben werden. Weil natürlich wird es irgendwann Durchbrüche geben bei small nuclear reactors, die eben weit weniger gefährlich und eben dann doch sehr kostengünstig Nuklearenergie umsetzen können oder eben tatsächlich auch Fusionsenergie oder auch Solar und so weiter. Und da gibt es ja einen klaren Pfad, wie die Effizienz von Solarzellen sich verbessert hat und Wind und alles Mögliche. So, was werden wir sehen? In Deutschland vielleicht am Schluss, aber irgendwann vielleicht auch hier billige Energie und zwar ganz viel.

Ulrich Irnich:[28:53] Total. Und ich meine, gerade was das Thema Energie angeht, ich meine, wir sind ja schon relativ gut, was Windkraft und erneuerbare Energie angeht. Und ich glaube, wir haben im Moment auch einen Fuß gefunden mit Batteriespeichern, wo wir alte Batterien nutzen und quasi zu Mega-Factories aufbauen, um genau das zwischenzupuffern, damit halt nichts irgendwie…

Alex von Frankenberg:[29:13] So unisono dahin schwebt. Ich glaube, wir kommen ein bisschen vom Thema ab.

Ulrich Irnich:[29:17] Aber Markus.

Markus Kuckertz:[29:18] Wir sind noch genau mit dem Dritten, weil was man dafür braucht, jetzt kommt die perfekte Überleitung, ist nämlich Beründungspotenzial und darüber wollen wir natürlich auch sprechen, vor allem im Kontext eben von Technologie und dieser Dinge, die du oder von denen ihr gerade gesprochen habt. Und Alex, du kennst ja den deutschen Startup-Markt, das kann man ja wirklich behaupten, wirklich richtig, richtig gut und was sich doch die meisten Leute immer wieder fragen, gerade mit dem Blick auf, ja, dann doch die USA, ein bisschen auch China, warum funktioniert in Deutschland? In den frühen Phasen so gut und ab welchem Punkt wird es denn für Gründer und Gründerinnen problematisch, dass sie dann keinen Bock mehr auf Deutschland haben?

Alex von Frankenberg:[29:51] Also, ob es in den frühen Phasen so gut funktioniert, ist ganz klar, weil es den HTCF gab, den ich geführt habe. Naja, also ein bisschen schon, weil 2005, als der HTCF an den Start gegangen ist, da hat auch die frühe Phase nicht gut funktioniert. Deswegen gibt es den überhaupt. Und der HTCF hat dann konsistent über 20 Jahre pro Jahr 40 Hightech-Startups, Deep Tech, finanziert. Viele andere auch. Also ein ganz, ganz großer Player waren natürlich die SAMBAS, viele, viele Unternehmen, die Hochschulen, die auch diesen Transferprozess besser ermöglicht haben, die Forschungsinstitute, wo tolle, tolle Technologie rauskommen sind und natürlich auch eine adäquate staatliche Förderung und auch sehr viel privates Geld, Business Angels, die ja dreimal versteuertes, sauer verdientes Geld da investiert haben und natürlich auch private Fonds und so weiter. So, warum funktioniert das gut? Weil es am Ende eine tolle Technologiebasis gibt in Deutschland und eine tolle Gründerinnen- und Gründerbasis. Wir haben tolle Unternehmerinnen und Unternehmer, die eben dann die Chancen erkennen mit tollen Technologien und dann darauf gute Unternehmer aufbauen können. Super.

Alex von Frankenberg:[31:02] Die späte Phase, die funktioniert auch sehr gut. Man sieht sie nur nicht mehr. Was meine ich damit? Die funktioniert sehr gut. Es gibt Unternehmen, die tatsächlich sehr, sehr viel und zuletzt immer mehr große, riesige Finanzierungsrunden für das Wachstum akquirieren können.

Alex von Frankenberg:[31:20] Also jetzt das HTF-Portfolio, 2025, glaube ich, drei Finanzierungsrunden, über 100 Millionen. In den Jahren 2005 bis 2015, 10 Jahre, gab es in Summe drei Finanzierungsrunden über 10 Millionen. Also irgendwas ist da passiert, dass es in einem Jahr drei Finanzierungsrunden über 100 Millionen gibt und früher hat es dafür für 10 Millionen 10 Jahre gedauert. Also da ist irgendwas passiert. Was? Da gibt es viel mehr Geld weltweit, was diese Chancen entdeckt und dann tatsächlich auch zack reingeht und investiert. Super. So, woher kommt diese Wahrnehmung, dass es eben nicht gut funktioniert? A, es ist eben zu einer ganz, ganz großen Mehrheit bei den großen Finanzierungsgründen ausländisches Geld, also nicht deutsches Geld. Es gibt in Deutschland eben sehr, sehr wenige Fonds, Investoren, die in dieser Größenordnung zwei- und dreistellig eigentlich schon gar nicht investieren können. Gibt es halt nicht. Warum? Es gibt halt nicht diese großen Kapital-Sammelstellen, es gibt keine, nicht so viele große VC-Fonds, vielleicht auch ein bisschen mit dieser Risikobereitschaft, da mal sehr viel Geld zu investieren, die in Deutschland vielleicht nicht ganz so vorhanden ist wie in den USA.

Alex von Frankenberg:[32:36] Das ist das eine, warum es nicht wahrgenommen wird. Also es gibt diese Runden, aber es sind eben dann doch eher ausländische, vor allem amerikanische Investoren, auch kanadische Pensionskassen und so weiter. So, das größere Thema, was noch viel kritischer ist, die Unternehmen werden, und das ist auch ein Erfolg, verkauft, die deutschen Startups. Und zwar relativ schnell, wenn 10, 20, 50, 100 Millionen Kaufpreiswert erzielt sind, was unglaublich tolle Erfolge sind. Dann kommt ein Käufer, der sagt, will ich kaufen? Und die Investoren, die Gründer, Gründerinnen sagen, ja super, zack, habe ich fünf, habe ich zehn Millionen auf dem Konto, mache ich. Da gibt es ein ganz tolles Gegenbeispiel, das ein bisschen verdeutlicht, wie eben der Mentalitätsunterschied ist.

Alex von Frankenberg:[33:26] 2003 wurde Facebook gegründet. Vier, drei, vier, vier. Und nach eineinhalb Jahren gab es ein Angebot von Yahoo über eine Milliarde Kaufpreis. Und Zuckerberg hatte da irgendwie noch so gut 30 Prozent oder so. 300 Millionen nach eineinhalb Jahren. Und kein Investor in Deutschland, da schließe ich mich ganz explizit mit ein, ist in der Lage, ein Exit-Angebot über eine Milliarde nach eineinhalb Jahren auszuschlagen. Es geht nicht. Ja, warum? Weil riesig. Mark Zuckerberg hat gesagt, ist ja total klar, was wir hier machen, wir verkaufen nicht. Und der hatte dann auch noch, glaube ich, so eine kontrollierende Majority-Vote, obwohl er eben nicht die Mehrheit mehr hatte. Und die Investoren sind ihm dann auch gefolgt. Und wer für eine Milliarde verkauft, der sieht halt nie die 1.500 Milliarden, die Facebook heute oder Meta halt heute wert ist. Warum? Es hat dann vorbei. Und wir verkaufen viel zu früh. Wir verkaufen nicht bei einer Milliarde, wir verkaufen schon bei 20 Millionen, 50 Millionen. Und dadurch sehen wir diese großen Startups nicht entstehen, weil sie halt dann schon vorher verkauft sind. So, jetzt sind natürlich solche Exits auch toll und in einigen.

Ulrich Irnich:[34:43] Fällen auch richtig,

Alex von Frankenberg:[34:44] Weil die würden dann nicht mehr weiter wachsen. Da gibt es auch so einen Zyklus vielleicht, der nahelegt, dass es richtig ist zu verkaufen. Aber wir haben eben nicht die finanzielle Firepower, aber auch die mentale Firepower zu sagen, hä, 100 Millionen, eine Milliarde, auf gar keinen Fall verkaufen wir.

Alex von Frankenberg:[35:00] Wir gehen in die Weltmarktführerschaft.

Markus Kuckertz:[35:03] Und vielleicht umgekehrt gedacht, in welchen Branchen und Technologiefällen bist du denn optimistisch, dass wir diese Kraft in Deutschland vielleicht doch nochmal entwickeln? In allem.

Alex von Frankenberg:[35:10] Und wo sieht es vielleicht aus? besonders gut aus. Also, wo wir glaube ich einfach nicht gut aufgestellt sind, sind in diesen Winner-Takes-It-All oder Winner-Takes-Most-Märkten, die sehr schnell skalieren. Warum? Für schnelle Skalierung brauchst du homogene Märkte, B2C. Sind wir nicht homogen in Europa, in Deutschland zu klein? Und Schnelligkeit ist jetzt nicht so unbedingt unsere Stärke. Durch Bürokratie, aber auch ein bisschen durch den Mindset, durch Detailoptimierung sind wir eher langsamer. Also B2C, was schnell skaliert in de facto Standards.

Alex von Frankenberg:[35:46] Bin ich nicht optimistisch, dass wir da große Firmen hervorbringen. Also die Metas und Googles und so weiter, das werden wir auch in den nächsten 30 Jahren nicht. Glaube ich nicht, dass wir das hinkriegen werden. Bin ich ziemlich sicher. So, wo sind wir sehr stark, also generell wo ist die deutsche Wirtschaft sehr stark, Hidden Champions, weltmarktführende Unternehmen, die eine Zeit gebraucht haben, um zu wachsen. Ein paar Generationen manchmal, die B2B sind, die technologisch sehr stark sind, die sehr fokussiert sind. Und das sind schon auch Märkte, die eben auch durch Gründer bedient werden können. Also ganz konkret IT-Security, starke Technologiebasis. KI haben wir eine starke Technologiebasis. Jetzt nicht die großen LLMs, da sind wir wieder zu langsam vielleicht für, aber KI-Anwendungen in Nischen oder bestimmten Märkten, wo wir Domain-Noor haben, wo wir Daten haben, wo der Datenschutz uns nicht bremst. Wo wir super stark sind, ist in der Metek- und Biotechnologie auch Forschung in der Grundlage, ganze Maschinenbau, Sensorik, die eben auch überleitet in die Robotik.

Alex von Frankenberg:[36:56] Da haben wir gute Chancen. Da haben wir natürlich auch sehr starke Wettbewerber weltweit, im asiatischen Raum, in den USA. Überall da, wo wir eine starke Technologiebasis haben, wo wir eine starke etablierte Industrie haben, wo wir die Vorteile, die wir haben, ausspielen können. Ein bisschen Detailverliebtheit, Präzision, hohe Qualität, gute Datenbasis aus dem industriellen Umfeld. Da haben wir Chancen. Auf jeden Fall. Wir müssen dann nur auch wirklich in der Lage sein, mega attraktive Exit-Angebote abzulehnen. Das ist schwer. Ganz schwer.

Ulrich Irnich:[37:32] Ja, ist nicht ganz so einfach, absolut. Aber ich würde noch eins ergänzen, was du gesagt hast, ich stimme dem zu. Aber gerade so, was Forschung angeht, Richtung Quantumcomputer, was ich schon als eine Schlüsseltechnologie sehe, da sind wir total weit und da dürfen wir uns die Wurst nicht vom Brot nehmen lassen, wie man so schön sagt. Weil ich glaube, da gibt es schon noch einiges auch für die Europäer, beziehungsweise auch für die deutsche Wirtschaft zu holen.

Alex von Frankenberg:[37:57] Also Energiebereich sind wir super stark, Energiemanagement, also überall da, wo wir es uns auch vielleicht ein bisschen selber schwer machen, also das ganze Thema, ja, aber daraus entstehen Stärken, daraus entstehen Capabilities. HTGF hat zum Beispiel finanziert Next Kraftwerke, die flexibilisierende Stromnetz. Flexibilisierung ist billiger als Speicher. Also ich schalte Verbraucher an, wenn zu viel Strom da ist und ich schalte Verbraucher ab, wenn zu wenig Strom ist und erzeuge an und ab im umgekehrten Fall. Die nächste Kraftwerke, die der HTGF damals finanziert hat, waren europäischer Marktführer, als wir sie an Schell verkauft haben. Warum entstehen solche Unternehmen in Deutschland? Weil natürlich durch dieses starke Pushen des Switches zur erneuerbaren Energie genau diese Problematik entsteht. Und da gibt es schlaue Köpfe aus der Uni Köln damals, die sagen, da ist ein Problem, ich löse das und puff, europäischer Marktführer.

Ulrich Irnich:[38:50] Ja, Smart Grid, das wird dann auch ein spannendes Thema. Da könnte die Blockchain übrigens auch helfen.

Alex von Frankenberg:[38:55] Ja, also hier instabile Netze. Wir haben jetzt gesehen, also jetzt gut durch den Anschlag Berlin, aber auch irgendwie so Near-Blackout-Situations. Wenn wir bereit wären, regulatorisch, weil technisch ist es kein so großes Problem, dass die E-Autos auch einspeisen können. Ja, so ein Tesla mit 75 kW oder generell ein Auto mit 75 kW Batterie, der kann einen Durchschnittshaushalt vier, fünf Tage mit Strom versorgen, wenn er vollgetankt ist, vollgeladen ist und den Strom einspeisen kann. Da kann auch ein Business draus entstehen.

Ulrich Irnich:[39:32] Total. Dafür brauchst du den Note-Switch, der das vom Netz trennt, was im Moment noch, es gibt es schon, aber noch nicht wirklich kostengünstig. Also da gibt es schon ein paar ganz gute Lösungsanbieter, beziehungsweise auch, wie managst du überhaupt den Haushalt automatisiert mit PV-Anlage und Co. Da gibt es, ich würde sagen, da gibt es Potenzial.

Alex von Frankenberg:[39:53] Gerade wenn wir auf Wärmepumpe umstellen wollen, und da gibt es ja Länder, Norwegen und andere, Schweiz, die das schon ganz viel gemacht haben. Und dadurch die Stromnachfrage eben hochgeht, kann es natürlich schon sehr viel Sinn machen, dass ich mein E-Auto oder meine Batterie und so weiter dann auch für die Stabilisierung selbst einsetzen kann. Das Auto ist eh vollgetankt, ich fahre nur kurz zur Arbeit, dann kann ich auch ein bisschen was abgeben in der Situation, wo halt was gebraucht wird. Was wir dafür brauchen, ist halt ein regulatorisches Umfeld, was am Ende auch schnell ist, damit die Unternehmer, Unternehmerinnen schnell sein können, damit die Unternehmen halt zuerst hier entstehen und auch zuerst hier groß werden und halt nicht woanders entstehen und woanders groß werden. Weil wenn ich halt mal ein amerikanisches Unternehmen habe, was eben zehnmal so groß ist wie ein deutsches Unternehmen, dann ist schon klar, dass es a eher mehr Geld kriegt und b halt dann eher der Käufer ist. Und dann zack, weg ist es.

Markus Kuckertz:[40:56] Jetzt hast du ja einige Teams gesehen, die Startups gegründet haben und erfolgreich waren. Und du hast sicherlich auch gemerkt, was die vielleicht von denen unterscheiden, die in der Mehrzahl sind, die dann eben nicht so erfolgreich waren

Ulrich Irnich:[41:10] Und auch gescheitert sind.

Markus Kuckertz:[41:11] Was würdest du denn heute aus diesen ganzen Erfahrungen, aus dem Rückspiegel, den Leuten, die heute gründen und die wirklich eine richtig, richtig gute Idee haben, mit auf den Weg geben, wie sie erfolgreicher sein können und das Ding richtig groß machen können?

Alex von Frankenberg:[41:25] Also es ist einfach reines Glück, da kann man gar nichts dazu sagen. Nee, Quatsch, es ist ein Scherz. Es ist alles andere als das Glück. Es ist überhaupt gar kein Glück. Glück trifft immer, einer hat mal gesagt, je härter ich arbeite und desto mehr Glück habe ich. Also natürlich gibt es günstige Umstände, die müssen aber aufgenommen werden, und Chancen müssen erkannt werden und mit harter Arbeit umgesetzt werden.

Alex von Frankenberg:[41:47] Um die Frage zu beantworten, Haupterfolgsfaktor ist Nummer eins, harte Arbeit. Es ist halt dann doch kein 9-to-5-Job, sondern eher so ein 9-to-9-Job und nicht wie in China an sechs Tagen, sondern an sieben Tagen.

Alex von Frankenberg:[42:05] Und das ist die traurige Wahrheit, das ist auch ein guter Grund, nicht Unternehmerin Unternehmer zu werden, weil es eine durchaus sehr legitime und auch korrekte Entscheidung zu sagen, ich will mich um Familie und Sportverein und Hobbys kümmern und eben nicht zwölf bis x Stunden arbeiten und es ist eben schon die Arbeit, die da den Unterschied macht. So, Zitat Ingvar Kamprath, Gründer von Ikea, der hat mal gesagt, wenn du morgens um drei Uhr müde wirst, nicht mehr arbeiten kannst, nimm ein Eimer kaltes Wasser, stell die Füße rein, dann kannst du weiterarbeiten. Der Gründer von Ikea hat das gesagt. So, also harte Arbeit, Viel Arbeit. Zweiter Grund, und das ist ein ganz wichtiger Punkt, Pivot. Immer wieder anpassen. Was meine ich damit? Kein Startup läuft von Anfang an in die richtige Richtung, also Kursänderung. Und Kursänderung ist nicht eine einmalige Sache, das macht man permanent. Warum? Die Umwelt ändert sich dauernd, Wettbewerbsumfeld, Technologien, dies, das. Ich muss dauernd den Kurs anpassen, mal mehr, mal weniger. Und wenn ich dazu nicht in der Lage bin, warum auch immer, dann laufe ich halt in die falsche Richtung und dann wird es halt nichts. Und da gibt es prominente Beispiele von Startups, die halt komplett gepivottelt, also radikal die Richtung verändert haben, die dann eben sehr erfolgreich wurden. Und das gilt aber nicht nur für Startups, das gilt auch für etablierte Unternehmen. Die Welt ändert sich. Nokia hat mal Gummistiefel gemacht.

Alex von Frankenberg:[43:29] Pivot, Handys. Pivot, weg. Also keine Handys mehr. Also dann doch nicht den Pivot hingekriegt aber das ist es und vielleicht dritter Punkt und der ist sehr wichtig und das ist eher ein Misserfolgsfaktor, Streit wo man streitet sich, Über Dinge, zurecht. Man ringt um die beste Lösung und es ist extrem entscheidend für den Erfolg, mit dem Streiten aufzuhören, eine Entscheidung zu treffen, loszulaufen, wenn es dann doch die falsche Entscheidung war, pivot, zack, Entscheidung korrigieren, neue Richtung und weiter geht’s. Und natürlich den Streit nicht auf die persönliche Ebene runterziehen, sondern auf der Sachebene bleiben, weil einer der Gründe oder Hauptgrund tatsächlich, warum die Unternehmen scheitern, ist halt Streit. Im Gründerteam, aber auch mit Investoren oder Zwischeninvestoren, der halt dann am Ende zu gar nichts führt. Wie wir alle vielleicht schon mal hier und dort gesehen haben.

Markus Kuckertz:[44:23] Ich danke euch beiden für das spannende Gespräch und wie immer an dieser Stelle schauen wir ein bisschen auf das, was wir aus der Folge mitnehmen, lieber Uli.

Ulrich Irnich:[44:32] Es ist diesmal echt schwer, nur auf drei Punkte sich zu konzentrieren, weil da waren sehr viele Punkte dabei. Aber versuchen wir mal chronologisch so ein bisschen das Thema zu sortieren. Und Alex, du Du kannst ergänzen gerne. Fangen wir mal vorne mit der Kryptowährung an und Bitcoin. Ich würde mal sagen, als Key-Takeaway, du bist schön mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn du nicht in Bitcoin investierst. Das ist ein Takeaway. Das zweite ist halt gerade so in 10-Jahres-Denkmuster in Kryptowährung denken und bewusst halt auch im Kopf zu haben, 21 Millionen Bitcoins, die Grenze ist sichtbar, damit wird die Nachfrage aber nicht sinken. Ja, also das war so ein Ding, was ich mir mitgenommen habe.

Alex von Frankenberg:[45:16] Das Zweite, was ich mitgenommen habe, das war sehr stark ja Richtung Energie.

Ulrich Irnich:[45:20] Und wenn wir jetzt an die Blockchain so ein bisschen denken, also quasi das Distributed General Letter, ja, also da, wo im Prinzip nachvollziehbar ist, wem gehört denn was, ja. Energieverbrauch ist in per se nichts Schlechtes, es ist eine Quelle, ja. Und wir müssen gucken, dass wir die Energie verbrauchen, die für uns sinnvoll ist und uns auch ein Stück weiter nach vorne bringen. Das war so das andere Thema, was ich mitgenommen habe. Aus dem dritten Thema, wenn es um die Gründerzähne so ein Stück weit geht, resoniert im Moment bei mir noch so ein bisschen, Alex, die Todeszone, nach dem Motto, harte Arbeit. Es ist halt keine Latte Macchiato-Umgebung, was man ja häufig so sieht, dass man Leute in ihren Sitzsäcken sitzen sieht und Latte Macchiato trinken und dann denkt man ja, okay, das ist ein Startup. Das ist es nicht. Es ist sieben Tage, neun bis neun. Und wenn das nicht hilft, ein Eimer kaltes Wasser, Ah, okay.

Alex von Frankenberg:[46:16] Und am Ende des Tages die Anpassungsfähigkeit.

Ulrich Irnich:[46:19] Also zu sagen, wie schnell kannst du von dem Ursprungsansatz dich an der Realität wieder anpassen. Und Streit ist nichts Schlechtes, aber er muss sich irgendwann in ein Pivot wandeln. Also zu sagen, diese sogenannte Streitkultur darf nichts Persönliches werden, aber sie muss dazu helfen, dass wir besser werden.

Alex von Frankenberg:[46:36] Ich würde noch einen Punkt ergänzen, der trifft Bitcoin, der trifft aber alles andere ist, Offenheit für Neues und Lernen. Es kommen immer wieder und es wird mini aufhören und es kommt auch immer schneller neue, große und kleine Innovationen um die Ecke und wir sind besser beraten, wenn wir dafür offen sind, die zulassen und versuchen zu verstehen und selbst Dinge, die dann am Ende nicht gut funktionieren oder nicht so groß sind, wie sich es dann doch ausstellt, davon profitiert man. Ich habe mal einen Spruch gehört von dem PIXUM-Gründer Daniel Attala, der hat mal gesagt, und den Spruch habe ich für mich übernommen, der Pessimist hat öfters recht, weil das meiste funktioniert dann doch nicht so richtig.

Alex von Frankenberg:[47:17] Aber der Optimist hat das bessere Leben, weil die Dinge, die dann doch funktionieren, die sind dann so groß, dass sozusagen die Dinge, die nicht funktioniert haben, überkompensiert werden. Und man findet die Dinge, die funktionieren, nur dann, wenn man optimistisch ist, wenn man danach sucht. Wenn man alles sozusagen mit einer negativen Brille betrachtet, dann erkennt man nicht die echten Chancen, dann ziehen die an einem vorbei.

Markus Kuckertz:[47:42] Vielen Dank, lieber Alex. Ja, und danke, dass du die Zeit genommen hast, dass du heute unser Gast warst.

Alex von Frankenberg:[47:48] Danke, Uli und Markus. Das hat echt Spaß gemacht.

Markus Kuckertz:[47:51] Das war der Digital Pacemaker Podcast mit Dr. Alex von Frankenberg. Folgt uns jetzt auf der Podcast-Plattform eurer Wahl und verpasst keine unserer Folgen. Viel Spaß und bis bald, euer Uli und Markus.

Ulrich Irnich:[48:01] Rock’n’Roll!