Shownotes

In dieser Folge sprechen wir mit Christopher Peterka über die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen, Zukunftsstrategien und die Frage, welche Zukunft wir eigentlich gestalten wollen.

Links zu Christoph:
https://christopherpeterka.com
https://gannaca.de/
https://lunchwithnewfriends.gannaca.com/

Vernetzt Euch und diskutiert mit:
– Christopher Peterka: https://www.linkedin.com/in/christopherpeterka/
– Ulrich Irnich: https://www.linkedin.com/in/ulrichirnich/
– Markus Kuckertz: https://www.linkedin.com/in/markuskuckertz/

Transkript

Christopher Peterka:[0:00] Die Frage, die ich einlade, sich selbst zu stellen, wie viele Menschen habe

Christopher Peterka:[0:07] ich heute zu etwas befähigt? Die könnte sich der oder diejenige, die zugehört hat, ja vielleicht mal vorlegen. Mir selber macht die riesen Spaß. Und dieses alte Mindset, ein statisches Mindset, ja, ich habe mal, ich habe ausgelernt, ja, Ich habe jetzt eine Urkunde an der Wand, ein Zertifikat. Ich glaube, das ist der sichere Weg in Depressionen, in Niederlage, in Sackgasse.

Markus Kuckertz:[0:54] Herzlich willkommen zum Digital Pacemaker Podcast mit euren Gastgebern Uli Irnig und mit mir, Markus Kuckertz. Unternehmen investieren heute Milliarden in Digitalisierung, künstliche Intelligenz und neue Technologien. Gleichzeitig erleben wir, dass ganze Geschäftsmodelle unter Druck geraten, etablierte Marktführer an Bedeutung verlieren und viele Organisationen trotz aller Innovation kaum schneller und erfolgreicher werden. Vielleicht liegt das daran, dass wir die falschen Fragen stellen. Nicht, welche Technologie kommt als nächstes, sondern welche Zukunft wollen wir überhaupt schaffen? Wie entsteht daraus echter Wert und wie gelingt es, Menschen für diese Zukunft zu gewinnen? Lieber Uli, ich begrüße dich. Heute haben wir das Thema Zukunft mal in Reinform unserer Agenda. Und wenn du auf die erfolgreichsten Unternehmen blickst oder die Unternehmen, die du als erfolgreich definierst, vielleicht auch, ist es am Ende dann die Technologie, die den Unterschied macht oder die Fähigkeit, sich eine Zukunft vorzustellen, die andere vielleicht noch gar nicht gesehen, die man so für sich manifestiert?

Ulrich Irnich:[1:53] Also ich glaube, grundsätzlich aus meiner Erfahrung ist natürlich immer die Idee und der Traum, der dahinter steckt, der die Unternehmen erfolgreich macht und den logischerweise dann auch in die Realität umzusetzen, weil Menschen folgen gerne großen Visionen und Träumen, um die halt gemeinsam umzusetzen. Und neben diesen großen Träumen spielt Technologie für die meisten Unternehmen eher eine befähigende Rolle, aber nicht die Schlüsselfunktion. Außer bei den Tech-Konzernen. Da ist natürlich der Traum und die Technologie gehören zusammen. Die sind eigentlich ganz wegzudenken. Und daher sage ich immer, bei den erfolgreichen Unternehmen, die ich kennengelernt habe, ist am Anfang der Traum und die Vision, der auch Menschen anspricht, für diese Realisierung dieser Träume. Und wenn wir uns mal in unsere Kinderschuhe zurückversetzen, hat uns nicht die Technologie angetrieben, sondern halt der Traum, was wir damit machen können.

Markus Kuckertz:[2:45] Wir wollen heute darüber sprechen, wie die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens entsteht und wir haben uns natürlich auch einen spannenden Gast dazu eingeladen. Unserer Gast heute ist Christopher Peterka, Futurist, Unternehmer, Investor und Gründer der Denkfabrik Ganaka. Christopher beschäftigt sich seit mehr als zwei Jahrzehnten mit der Frage, wie Unternehmen unter Unsicherheit handlungsfähig bleiben. Sein Feld sind Zukunftsstrategie, Innovation, KI, Verantwortung und Transformation. Er arbeitet gerne genau dort, wo es keine fertigen Blaupausen gibt. Christopher spricht nicht nur über Technologie, sondern über die Entscheidungsfähigkeit von Menschen und Organisationen. Gerade bei KI geht es für ihn nicht allein um Tools, Use Cases oder Effizienz, sondern um Führung, Verantwortung und die Frage, wie wir in einer Zeit radikaler Veränderung souverän bleiben. Er ist Autor unter anderem von Deine Wahl und Symphonie der Systeme, berät Entscheiderinnen und Entscheider weltweit und bringt eine Perspektive mit, die zugleich strategisch, unternehmerisch und philosophisch ist. Christopher, schön, dass du heute bei uns bist.

Christopher Peterka:[3:45] Ja, ganz herzlichen Dank für die Einladung an euch beide und ein herzliches Hallo an alle, die hier reinhören.

Markus Kuckertz:[3:52] Wir haben natürlich wie immer drei gute Themen aus dem Bereich vorbereitet und ja, wir wollen darüber sprechen, nämlich über Zukunft erkennen. Welche Zukunft wollen wir denn eigentlich schaffen? Viele Unternehmen beschäftigen sich intensiv mit Trends, Technologien und Marktveränderungen. Dennoch werden die entscheidenden Umbrüche oft zu spät erkannt. Christopher vertritt die These, dass Zukunft kein Prognoseproblem ist. Die eigentliche Frage lautet nicht, was die Zukunft bringen wird, sondern welche Zukunft wir aktiv gestalten wollen. Erfolgreiche Unternehmen unterscheiden sich deshalb weniger durch bessere Vorhersagen, als durch die Fähigkeit, ihre eigenen Annahmen immer wieder zu hinterfragen und bewusst neue Zukunftsbilder zu entwickeln. Dann wollen wir darüber sprechen, wie wir Zukunft gestalten und wie schaffen wir daraus Wert. Kürze Intelligenz, Automatisierung und neue Technologien verändern derzeit nahezu die Branche, doch Technologie allein schafft noch keinen Technologieunternehmenserfolg.

Markus Kuckertz:[4:43] Christopher argumentiert, dass Technologie vor allem ein Verstärker ist. Sie macht gute Unternehmen besser und schlechte Unternehmen schneller. Entscheidend ist daher nicht Technologie selbst, sondern die Qualität der Führung, die Klarheit der strategischen Entscheidungen und die Fähigkeit, aus Technologie echten Wert für Kunden, Mitarbeitende und das Unternehmen zu schaffen. Und zu guter Letzt wollen wir darüber sprechen, wie wir Zukunft ermöglichen. Nämlich wie wir Menschen durch diese Zukunft führen. Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz wird Wissen zunehmend verfügbar und Technologie für alle zugänglich. Der eigentliche Wettbewerbsvorteil entsteht deshalb an anderer Stelle. Christopher vertritt die These, dass die erfolgreichsten Unternehmen der Zukunft jene sein werden, die auch unter Unsicherheit gute Entscheidungen treffen können. Führung bedeutet dann weniger Antworten zu liefern, sondern Orientierung zu geben, Verantwortung zu übernehmen und Menschen für ein gemeinsames Zukunftsbild zu gewinnen. Also ein ziemlich großes Brett, was wir uns heute vorgenommen haben.

Markus Kuckertz:[5:37] Und Uli, ein zentraler Gedanke, der sich ja eigentlich die ganze Zeit durch unseren Podcast zieht und es ist ja, dass CIOs ja nicht nur die Leute sind, die für die Technologie im Unternehmen verantwortlich sind, sondern, Zitat, als Co-CEO, hast du mal gesagt, also provokante These für alle CEOs, das Unternehmen mitführen. Und ja, wann hast du das denn eigentlich für dich zum ersten Mal erkannt, dass die entscheidenden Hebel für Unternehmenserfolg dann eben nicht nur bloß in der Technologie liegen, sondern eben auch in der Rolle und Funktion, die du geführt hast?

Ulrich Irnich:[6:10] Gute Frage, lieber Markus. Und aus meiner Sicht gab es nicht so einen einzelnen Aha-Moment, sondern es war eher so ein schleichender Prozess. Und du hast eigentlich schon früh als CAO gemerkt, dass die beste Technologie scheitert, wenn die Menschen sie nicht anwenden bzw. nicht verstehen, warum sie sie anwenden und warum. um und dann halt logischerweise scheitern. Das ist genauso mit Organisationen. Wenn die Organisationen auch so in den Veränderungen nicht mitgenommen werden, dann passiert da nichts. Der eigentliche Wendepunkt für mich war so ein Stück weit, als ich so raus aus diesem Karton raus, ich liefere Technologie, sondern ich gestalte, wie du gesagt hast, das Unternehmen mit. Und schaffen Wert. Und das heißt aber dann auch logischerweise, du hast einen Kundenkontakt, du managst durch Krisen durch und zeigst dafür auch Verantwortung und du führst Gespräche auf Augenhöhe mit CEO und CFO. Und das ist natürlich schon nochmal ein anderer Schnack. Aber dann merkst du halt, du bist wirklich an den entscheidenden Punkten des Unternehmens, die halt nicht nur durch reine Technologie getrieben werden. Und das zu verstehen, das auch zu inhalieren und zu adaptieren, ich glaube, das ist eher so der Prozess, in dem man sich dann so ein Stück weit befindet. So, und deswegen bin ich jetzt mal froh von mir so ein bisschen auf den Christopher wieder das Scheinwerferlicht zu schwenken. Christopher, wenn Wenn du heute durch Vorstellsetagen großer Unternehmen gehst, was sind denn die größten Denkfehler, die in Führungskraften zum Thema Zukunft machen? Gibt es da so ein Muster?

Christopher Peterka:[7:36] Definitiv gibt es da Muster. Mehrere und ich glaube der größte Denkfehler, dem ich begegne, ist der, immer noch der Illusion anzuhängen, man, sprich das Gremium oder auch das Unternehmen insgesamt, könne Zukunft kontrollieren.

Christopher Peterka:[8:03] Also in Pläne gießen, in PowerPoints übersetzen und dann durchziehen.

Christopher Peterka:[8:12] Im eigenen Raster, im eigenen Rhythmus, in der eigenen Struktur, entlang der eigenen Ziele. Ich habe da oft ein sehr hermetisches Gefühl. Diese Abgeschlossenheit, diese Betrachtung der Welt aus, ja, schon einem Elfenbeinturm, egal ob, das Entscheiderbüro dann hinter Glas ganz zentral in der Mitte angesiedelt ist oder weit oben oder weit unten. Es ist diese, ich habe es gerade gesagt, Illusion, also ich glaube dieser Irrglaube, man könne dort große Einflüsse üben und ich schließe hierbei aus, ganz bewusst Unternehmen, die vielleicht tatsächlich solche Einflüsse üben können, die größten Unternehmen der Welt, Technologieunternehmen, ja mittlerweile fast durch die Bank, die das vielleicht tatsächlich können, mittlerweile. Eine Entwicklung, die auch schon lange absehbar war, über die man sich oft entlang der Strecke mal lustig gemacht hat, mal, hat man sich bewusster ausgeklammert, zurückgezogen, an den Spielfeldrand gestellt, nach dem Motto, das ist Pfui und wir wollen das nicht und das wird sicher weggeregelt und dann wird man wieder uns fragen oder die Kammer oder wen auch immer.

Christopher Peterka:[9:35] Aber ja, also ich würde es tatsächlich erstmal bei diesem sehr zentralen und ich glaube sehr problematischen Muster belassen für den Einstieg, dass hier die eigene Macht doch deutlich überschätzt wird. Und dafür gibt es natürlich gute Gründe. Oft sind sie zu finden in der extremen Erfolgsgeschichte der letzten Jahrzehnte, manchmal ja Jahrhunderte. Da darf man auch ruhig denken an den berühmten Hidden Champion, der irgendwo aus AWD tatsächlich in Anführungszeichen die Weltherrschaft in der eigenen Nische ja auch tatsächlich mal erreicht hat. In diesem Tunnel allerdings zu bleiben und sich darauf auszuruhen, das, glaube ich, ist tatsächlich sehr gefährlich.

Ulrich Irnich:[10:22] Wie ziehst du denn gerade so den erfolgsverwöhnten Menschen diesen Zahn? Also ich meine, mit Logik alleine ist ja so einem Ego nicht direkt beizukommen, oder? Täusche ich mich da?

Christopher Peterka:[10:34] Nein, da hast du absolut recht. Und das ist auch ein mühseliges Verfahren da mit noch mehr Wissen und Signalen. Und ihr habt es ja in der Anmoderation im Grunde auch schon vorweggenommen, zu versuchen, rationale Einsicht zu erreichen. Was erfahrungsgemäß tatsächlich einen eklatanten Unterschied macht, ist die berühmte Studienreise. Wir haben sie für uns umgetauft. Bei uns läuft sie als Experience Expedition, ganz bewusst gewählt unter diesen beiden Worten im Titel. Denn die Erfahrung, da steckt es drin, ist eben nicht nur eine rationale, sondern eben auch eine ganzheitlich sinnliche und, das bedeutet eben in völlig fremden Kontexten, also außerhalb dieses eigenen Tunnels, außerhalb, der eigenen Büros oder Fabriken, außerhalb der eigenen Komfortzone, mal einen Blick zu werfen, vielleicht auf das engere eigene Geschäftsfeld, vielleicht auch auf angrenzende Dinge.

Christopher Peterka:[11:41] Industrien, vielleicht sogar auf die Welt und gleichzeitig eben auch im Gespräch mit völlig fremden Menschen, die wir dann für diese Expedition ganz, sorgfältig kuratieren, in bestimmten Formaten, dann mal über den Zaun, um die Ecke, hinter den Horizont etc. zu schauen. Und um ein konkretes Beispiel zu liefern, was ja sehr, glaube ich, plastisch ist, 2016 Gruppe deutscher Banker und dort Vorstand- bzw. Aufsichtsratsebene, in Seoul, Südkorea, geführt in das Hauptquartier von Samsung. Dort konfrontiert mit dem Gruppenleiter für.

Christopher Peterka:[12:32] Voice Payment und Mobile Payment und dann schmerzhaft dort erfahren, dass Deutschland damals, also vor jetzt exakt zehn Jahren, so etwa im Ranking bei der Markteinführung bestimmter neuer Softwareprodukte aus dem Haus Samsung so, zwischen 80 und 100 rangierte, weil man sich doch erstmal mit Märkten beschäftigen wollte, wo man eben auf größeren Appetit, größere Neugier, größere Offenheit glaubte, stoßen zu können, bevor man sich dann so einer harten Nuss wie diesem deutschen Markt widmen wollte. Beispiel 1, Beispiel 2, gleiche Stadt, gleicher Ort, gleiche Stadt, gleiches Jahr, Seoul, das Bitcoin Center Korea besucht. Dort gab es einen der frühen EC-Automaten, mit denen es möglich war, Bitcoin in Cash zu verwandeln. Alleine, dass das Gerät existierte, war schon fast ein Wunder, weil das ja verboten sein sollte.

Christopher Peterka:[13:33] Dass dann aber auch noch spontan zwei Backpacker um die Ecke kamen, die dann etwas verwundert in die Runde schauten, warum denn da so viele Anzugträger drum versammelt waren. Und unter deren staunenden Augen dann tatsächlich da eben Papiergeldscheine rausholten, setzte dem Ganzen eben die Krone auf und der ein oder andere fiel dann eben buchstäblich vom alten Glauben ab. Und das ist für mich der Zirkelschluss zurück zu deiner Frage, also wie den Zahn ziehen. Ja, zum Beispiel so und zugegeben, das ist sehr aufwendig. Das bedeutet eben tatsächlich viele tausend Kilometer reisen und, natürlich auch den Alltag stückweit parken müssen für so eine Erfahrung und gleichzeitig kann ich eben an dem Beispiel schon auch sagen, macht das dann tatsächlich einen spürbaren Unterschied, nicht nur vor Ort, sondern eben auch nach Rückkehr.

Christopher Peterka:[14:24] Man muss vielleicht nicht jedes Mal nach Südkorea oder an andere exotische Orte, aber das Prinzip, also tatsächlich einen substanziellen Perspektivwechsel vorzunehmen und das bedeutet für mich eben die genannten Faktoren wirklich qualitativ in Anspruch nehmen können und nicht nur von einer Konferenz auf die nächste zu tingeln und dort mit dem letztendlich doch immer sehr ähnlichen Mindset irgendwo im Austausch bleiben, ist glaube ich ein zentraler Schlüssel. Es gibt mehr, aber wir haben ja noch ein paar andere Themen vor uns.

Markus Kuckertz:[14:58] Ja, wir wollen nämlich auch darüber sprechen, wie man Zukunft erkennt und welche Zukunft wir schaffen wollen. Wir machen eine kleine Zeitreise und setzen uns in das Jahr 1997 und schauen auf deine Abiturzeit. Und da kommt ein Zitat, das dir sicherlich immer wieder begegnet, das wird dich dein Leben lang verfolgen. Und zwar, Probleme sind nur dornige Chancen, was sicherlich den ein oder anderen Eintrag in den Chroniken schon gefunden hat. Und zwar geht es um das Video, was von Christian Lindner irgendwann öffentlich wurde. Und da gab es ja nicht nur den Christian Lindner, der in dem Video vorkommt, sondern auch einen zweiten jungen Mann, der daneben stand. Und das warst du. Die Frage ist natürlich, wenn ihr euch damals mal, weil das ist ja ganz schön, man kann ja jetzt diesen Rückcheck machen, wenn ihr euch mal überlegt, welche Vision ihr von der Zukunft damals hattet, was ist denn eigentlich davon eingetreten? Und die Frage, die sich dann eben eingestellt, ist Zukunftsplanbar?

Christopher Peterka:[15:56] Ja, also erstmal, ja, tatsächlich erwischt, richtig. Der zweite Mann, das war ich damals. Wir haben die Kommunikationsagentur Lindner und Peterka betrieben. Aus dem Kinderzimmer heraus haben da noch auf Overhead-Folien gedruckt und die ein oder andere mittelständische Agentur tatsächlich auch schlagen können. Das war sehr motivierend und auch eine aufregende Zeit, Aufbruchsstimmung für uns. Also ganz persönlich natürlich aufgrund des Zeitpunkts in der persönlichen Lebenskarriere tatsächlich mal so rausschnuppern können in diese privatwirtschaftliche Welt, sehr zum Unbild unseres Schuldirektors damals. Aber zurück zu deiner Frage. Wir haben damals tief, tief tatsächlich in die Technologieentwicklung, die Prognosen rund ums Thema Internet hineingeschaut.

Christopher Peterka:[16:51] Nicht nur in dieser Zeit, als wir im Grunde Jugendkommunikation und Below-the-Line-Marketing gemacht haben, sondern auch kurz danach, als wir eben mit, Unterstützung von Risikokapital-Investoren aus Düsseldorf und Mönchengladbach und auch aus Berlin ein Startup gründen durften. Moomax, das Produkt waren natürlich sprachige Schnittstellen, Mensch-Maschine, noch weit von dem entfernt, was wir heute nutzen, wenn wir mit den verschiedenen KIs zum Beispiel sprechen. Aber der Pfad war klar und wer Lust hat, tatsächlich den ganz akribischen Blick drauf zu werfen, welche der Prognosen wann wie eingetreten sind oder auch noch nicht oder welche falsifiziert wurden, Der kann sich gerne mal umschauen auf einer Webseite, können wir vielleicht auch noch in die Kommentare schreiben, foresight.petaker.info. Da habe ich mir die Mühe mal gemacht, tatsächlich statt PowerPoint oder statt langen Texten sehr genau aufzuschreiben, welche Prognosen ich persönlich in den letzten 30 Jahren abgegeben habe zu Technologieentwicklung und lässt sich ja heute tatsächlich sehr schön dann im Sinne von Fact-Checking und Kontext und auch Filtern überprüfen, um was es sich da handelte und wie treffgenau die Prognosen waren.

Christopher Peterka:[18:10] Ich würde sagen, ich habe jetzt nicht mehr geguckt auf einem Festival die letzten Tage, aber es dürfte so eine Trefferquote von 70 bis 80 Prozent gerade anliegen.

Christopher Peterka:[18:22] In der Regel über alle Calls hinweg sind es ungefähr 300 Stück.

Christopher Peterka:[18:28] So mit einer anderthalbjährigen Vorlaufzeit. Mal sind es natürlich 10, 15, mal ist es deutlich kürzer. Aber das ist ja der Punkt, den du auch schon gemacht hast. Es ist nicht so schwer auszurechnen bzw. Zu ermitteln, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt bestimmter Szenarien ist, Und, was bedeutend schwieriger ist, ich würde sagen Faktor 1000 mal Minimum, das ist jetzt ungestützt und nicht wissenschaftlich, sondern aus dem Bauch, aus der Erfahrung herausgesprochen, ist es dann eben eine funktionierende, praktische EntscheiderInnenhaltung dazu zu kultivieren. Also wie umgehen mit diesen Prognosen, Szenarien und vor allem mit dem, was sie bedeuten könnten. Auch dann und gerade dann, wenn sie eben auch zum Teil im scheinbaren Widerspruch zueinander stehen oder immense Kraftanstrengungen bedeuten würden, wenn man sie tatsächlich, gleichzeitig oder vollständig ansteuern wollte, dazu irgendwo Geschäftsmodelle anpassen wollte. Weil es dann eben auch schnell an Punkte führt, wo wir erkennen müssen, dass das nicht geht. Dass wir uns neu entscheiden müssen, Dinge auch zu lassen. Dass wir vielleicht sogar heilige Kühe schlachten müssen. Was nicht so einfach ist und eben auch nicht mit einer Präsentation mal eben so erledigt.

Christopher Peterka:[19:56] Ja, und insofern ist das, was die letzten 30 Jahre passiert ist, ein gutes Warm-up, glaube ich, gewesen für das, was jetzt die nächsten drei vielleicht bevorsteht. Ich mache es mal bewusst so zugespitzt, denn wie wir ja nun alle wissen, und auch das ist ja keine Märchenerzählung, sondern einfach eine Sammlung harter Fakten, Die Geschwindigkeit der Innovation nimmt zu, die Geschwindigkeit der Veränderungen nimmt zu, die Unsicherheit nimmt zu und damit, umzugehen, das fällt dem menschlichen Gehirn, so wie es derzeit zumindest in der westlichen Welt in der Regel universitär oder akademisch auf alternativen Faden geprägt ist, sehr, sehr schwer.

Markus Kuckertz:[20:45] Wenn du mal so in Beispiele reinschaust, in die Vorhersagen oder Prognosen, die du da getroffen hast, ist da irgendeine Lieblingsprognose, die dich besonders festhält oder vielleicht umgekehrt mal gefragt, gibt es Prognosen, wo du besonders weit daneben lagst, die dich auch vielleicht sogar geärgert haben?

Christopher Peterka:[21:02] Da gucke ich gleich gerne parallel mal nach. Bei den Lieblingsprognosen, es gibt sicherlich solche, die als besonders starke, als besonders wirkungsmächtige Vektoren laufen. Also etwa die Erkenntnis, dass wir aufgrund der verschiedenen Veränderungen im Bereich der weltweiten Demografie, dann auch des zunehmenden Ressourcenverbrauchs und gleichzeitig eben auch der Vernetzung, im Grunde so eine Art, Zusammenführung eben dieser drei Entwicklungen heute ja antreffen in der Geopolitik, wo früher vielleicht noch vereinzelt die Rede davon war, dass man sich zukünftig, um Wasser streiten würde, aka auch Kriege führen würde, sehen wir heute, dass Themen wie Exportkontrolle für KI-Chips beziehungsweise ja jetzt auch neuerdings und völlig erwartbar Nutzungsbeschränkungen für bestimmte Modelle, Stichwort Fable, aber jetzt ja auch bei OpenAI, zusammenfallen würden mit Diskussionen, um eben Wasserverbrauch.

Christopher Peterka:[22:19] Hüttelung, seltene Erden, ich komme gerade aus Grönland, der Gold Rush ist ausgebrochen, die Amerikaner kaufen jedes Unternehmen, was nicht nid- und nagelfest ist da oben, machen eine Probebohrung nach der anderen. Das sind diese Knappheitsthemen in der Beschleunigung durch zusätzlichen Technologieeinsatz bei immer mehr Vernetzung, die alle im Grunde, ich würde es jetzt mal, vereinfacht sagen, seit dem Jahr 2000 klar und eindeutig ablesbar waren. Nichtsdestotrotz und auch öffentlich überprüfbar gehen nach wie vor zu meiner großen Überraschung, Stichwort Vorstandsetagen, bestimmte Entscheider immer noch hin und erklären solche Probleme für irrelevant und sichern eben nicht in der Vertikalen die Wertschöpfungskette, sondern verlassen sich weiter da auf freien Weltshandel, Markt, Supply Chain etc., was in der Regel dann andere Gründe hat als mangelndes Wissen. Da geht es dann wohl eher um persönliche Karriereplanung oder anderes, aber sicherlich nicht darum, dieses Gesamtbild dann verantwortungsvoll in den Blick zu nehmen.

Markus Kuckertz:[23:32] Uli, Thema Zukunft erkennen, Zukunft vorhersagen. Was gibt es denn bei dir so, du wolltest gar nicht den Videos fragen, wie es vielleicht von 97 gibt, sondern was gibt es denn bei dir für Vorhersagen, auch vielleicht in deiner Rolle oder im Unternehmenskontext, richtig stark daneben gelegen hast und wie bist du da rumgegangen?

Ulrich Irnich:[23:50] Ja, du, also ich würde mal so sagen, ich glaube, eine starke Mission oder Vision zu haben hat keinem geschadet. Die Realität ist manchmal ein bisschen anders, um ganz ehrlich zu sein. Also mein erster Berufswohnung war Pastor. Bin ich nicht geworden, ist auch nicht eingetreten. Und vielleicht ist es auch gut so, dass ich eingetreten ist. Und ich glaube, es ist weniger die Frage, dass man starr an diesem Lochstamm festhält, sondern eher Anpassungen durchführt und Adaptionen durchführt. Also ähnlich wie Christopher es beschrieben hat, tektonische Verschiebungen gibt über die Zeit. Also wir werden ja auch ein bisschen schlauer, das ist ja gut so. Die uns halt auch gewisse Dinge machen und auch eintreten lassen. Aber am Ende des Tages, muss ich ganz ehrlich sagen, ist für mich immer der wichtigste Kompass, dass ich zu A, zu meinen moralischen Werten stehe und B, dass ich morgens aufstehen kann und kann sagen, guck mal, alles, was du da jetzt vorgenommen hast, ist ein Stück weit eingetreten

Ulrich Irnich:[24:52] Und du hast irgendwie Menschen was mitgegeben. Weil irgendwann schriftet ja dein Kompass ein Stück weit von, hier ist dein eigenes Karrieremodell versus, Also was gibst du denn eigentlich zurück? Und ich finde, im Moment bin ich zumindest in so einer Phase, wo ich sage, für mich hat sich dieser Kompass deutlich gedreht, denn ich gebe jetzt mehr zurück, als ich selber in meine Karriereentwicklung reinstecke. Aber wie bereits gesagt, Markus, es sind auch viele Dinge schiefgegangen, aber es gibt so ein Ding, das zieht sich wie ein roter Faden drum, die Projekte, die keiner haben wollte, die, wo jeder gesagt hat, bist du verrückt, wenn du die tust, die habe ich immer gemacht. Und das hat mich eigentlich immer ganz gut nach vorne gebracht, um ganz ehrlich zu sagen.

Markus Kuckertz:[25:34] Wie schaut das bei dir aus? Gibt es vielleicht sogar konkrete Unternehmen oder sogar echt konkrete Verführungspersönlichkeiten, die dich in dem Kontext besonders beeindrucken? Weil die eben nicht nur darauf reagieren, was so kommt, sondern wirklich aktiv und mutig gestalten im Bereich der Zukunftsfähigkeit und der Gestaltung der Zukunft.

Christopher Peterka:[25:57] Natürlich gibt es die und ich finde es auch total schön, dass wir über die sprechen, denn in der Tat bei aller Technologie und der Beschleunigung in dieser Landschaft, ja, haben wir sie ja erstens selbst erfunden, zweitens entscheiden wir ja auch noch jeden Tag darüber, wie wir sie verwenden und da macht der Mensch dann eben tatsächlich einen Unterschied, wenn er denn möchte. Ich bin sehr vorsichtig, wenn ich solche Sätze sage, weil sie auch mir jedenfalls gerade in den letzten ein, zwei Jahren doch zunehmend zu inflationär häufig, so dahergeplappert werden und ich dann wissen will, was steckt denn wirklich dahinter. So wie Uli das gerade ausgeführt hat, kaufe ich das sofort. Das wirkt eben auch authentisch und da kann er wahrscheinlich abendelang darüber berichten, über diese Projekte, die er da meint. Und wenn ich mich umschaue, vielleicht einmal über den Teich Richtung Westen, dann finde ich das, was Nadella da mit Alphabet macht, ziemlich beeindruckend, weil er eben, natürlich nicht alleine, aber doch eben als prominente Figur in der Spitze schon vor vielen, vielen Jahren, denke ich.

Christopher Peterka:[27:04] Ein Zukunftsbild entwickelt hat von diesem tief und in ganzer Breite integrierten KI-Stack. Wenn ich nach Deutschland schaue und da auch mal in die etwas bekannteren Etagen beziehungsweise Namen, dann finde ich das, was Busch da macht, bei Siemens ziemlich interessant. Auch da eben nicht abwarten und nur reagieren, sondern auch mal tatsächlich mutig einen Wurf machen. Damals auf der CES in Las Vegas mit dem digitalen Zwilling für die Fabrik, den im Grunde schaffen, bevor die eigentliche Fabrik gebaut wird.

Christopher Peterka:[27:41] Und natürlich, ich habe gerade Geopolitik gesagt, das ist so ein Leib- und Lagenthema auch für mich, finde ich nicht erst aufgrund der jüngeren Aussagen, sondern auch schon seit einigen Jahren, sehr spannend, was Arthyr Mensch da bei Mistral so laut vordenkt, eben auch zum Thema europäische Souveränität, um die es eben wirklich derzeit, sehr, sehr schlecht bestellt ist. Und ich will jetzt gar nicht streiten über die Leistungsfähigkeit der Modelle, sondern du hast ja gefragt nach Führungspersönlichkeiten, die mich in besonderer Weise interessieren, manchmal faszinieren, manchmal natürlich auch zum Streit einladen. Und das wäre mal so ein erster Fächer von drei Köpfen, wo ich, sehr gerne eben auch auf den unterschiedlichen Kanälen mal ausführlicher lese, wenn ich mir die Zeit dafür nehmen kann und möchte, was die tatsächlich so für Ideen da beisteuern. Und das, was da an rotem Pfaden drinsteckt, ist eben letztlich immer dasselbe, nämlich, dass sie… Ideen und Konzepte und ganze Bilder von Zukunften malen, beschreiben, mit Leben füllen, eben auch mit Sinn.

Christopher Peterka:[28:55] Bevor die Welt sich dahin entwickelt hat und damit auch ja Einladungen aussprechen an alle möglichen Ressourcen, sei es eben der berühmte Kapitalmarkt oder aber auch, und da würde ich um den Begriff Ressource dann eher einen Bogen machen wollen, das Talent, der Mensch, der Sinnsuchende, der sagt, wo möchte ich denn mit dran malen, an welchem Bild und, was mir einfach zu häufig als Antwort begegnet, um nochmal zu diesen Mustern zu kommen, die wir am Anfang besprochen haben, ist bei der Antwort auf die Frage nach dem Sinn, naja, ihr werdet es wahrscheinlich im Kopf schon ergänzt haben, die Antwort, naja, wir müssen Geld verdienen. Ja klar, das ist das, was wir an Treibstoff letztlich brauchen, um diese Maschinerie zu betreiben. Aber ich lehne das nun wirklich in aller Deutlichkeit ab, das als Antwort auf die Sinnfrage zu liefern. Denn das ist an Austauschbarkeit nicht zu überbieten. Und dann kann ich eigentlich auch die Koffer packen.

Ulrich Irnich:[29:57] Kann ich nur zustimmen, Christopher. Ich meine, natürlich brauchst du irgendwie ein Grundeinkommen. Also das steht außer Frage. Und am Anfang waren wir alle jung und wir brauchten das Geld. Nur irgendwann gibt es halt den Moment, wo du dir diese Frage immer mehr stellst. Und ich bin immer, und Markus kennt das, wir sind damals mal sehr intensiv gestartet mit dem Purpose. Und kennst du eigentlich deinen Purpose oder kennst du ihn nicht? Und ich bin immer noch überrascht, wie viele Menschen eigentlich ihren eigenen Purpose, den Sinn, den sie verfolgen, überhaupt nicht kennen. Und das ist okay, solange sich das gut anfühlt. Aber ich sage immer, wenn du den selber für dich nicht weißt, lebst du den Purpose von jemandem anders. Und das kann sich gut anfühlen, alles gut. Aber du solltest zumindest dir mal die Zeit nehmen, um darüber nachzudenken, was dich denn eigentlich antreibt, wo du deinen Sinn siehst, weil das wird am Ende des Tages die Heimat sein, die dich glücklich macht. Es ist nicht das Geld, da bin ich 100% bei.

Christopher Peterka:[30:49] Und ich möchte unbedingt doch an der Stelle noch ergänzen, so sehr ich dir zustimme, dass meine Antwort abzielte auch auf die Frage, wozu gibt es dieses Unternehmen? Also nicht nur die Sinnfrage auf der Individualebene, sondern eben tatsächlich auch auf der Organisationsebene. Und da bekomme ich diese Antwort eben auch zu oft. Und worauf ich in der Regel keine Antwort kriege, und das finde ich hochinteressant, und da wird es dann auch interessanterweise häufig sehr emotional, ist die Frage.

Christopher Peterka:[31:25] Nach welchem Weltbild entwickelt ihr dieses Unternehmen weiter? Habt ihr davon eine Vorstellung? In welcher Welt dieses Unternehmen heute existiert und in welcher Welt wollt ihr es sozusagen in Zukunft erfolgreicher machen, weiterentwickeln? Wofür steht ihr? Auch in diesem Gespräch heute hier zwischen uns kam der Begriff schon auf, wir haben ihn ja nicht vertieft, Werte, Haltung. Das klingt scheinbar für viele nach, ich weiß es nicht, nach Religion, nach Spiritualität, nach Esoterik. Das Gegenteil ist der Fall. Und ich will jetzt keinen zu großen Exkurs mehr machen aufgrund der Zeit, aber wenn denn etwas daran sein sollte, dass wir eben über diese KI-Entwicklung, jetzt auch gerade den jüngeren Schub, eine sehr nochmal starke…

Christopher Peterka:[32:19] Und Verbreitung von Wissen bis hin zu absolutem Experten und Top-Wissen.

Christopher Peterka:[32:26] Bis in die letzte Ecke des Planeten bekommen und damit ja auch eine starke Demokratisierung eben all der Möglichkeiten, die darin liegen, dieses Wissen dann zu hebeln, dann ist die daraus resultierende Schlussfolgerung aus meiner Sicht zur Aufgabe des Menschen auch eben und gerade der Führungskraft erst recht in der obersten Spitze, Intention und Deutung zu liefern für die Dinge, die da geschehen. Also da bin ich genau bei dem Punkt, wo ich gerade gestartet bin, wieder angekommen. Wo wollen wir damit hin? Wollen wir weiter Spritzdüsen herstellen für eine fossile Welt? Das kann Sinn machen, wenn das eine fossile Welt ist im Bereich des Bergbaus, von mir aus auch im Bereich der Defense-Fragen. Es kann aber auch sein, dass es überhaupt keinen Sinn macht, wenn es um den Bereich der Individualmobilität geht von Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder in ihrer Freizeit. Und das klingt vielleicht, ich weiß es nicht, plump. Ich habe gerade so einen Anflug. Und genau an den Stellen, wo es so einfach wird, da fehlen mir oft tatsächlich dann eben die Antworten. Und da heißt es dann, ja, das haben wir eben jetzt schon in drei, vier, fünf Generationen so gemacht. Wir sind da die Besten. Wir haben da x Patente etc. pp. Und ich muss zurückfragen, ja und?

Christopher Peterka:[33:53] Welche Bedeutung hat das in einer Welt, in der… In Norwegen 90 Prozent aller neu registrierten Fahrzeuge E-Fahrzeuge sind, ob ich die nun gerne fahre oder nicht. Das steht auf einem völlig anderen Blatt. Welche Bedeutung hat das in einer Welt, in der eine Volksrepublik China im Grunde den Einsatz bestimmter Ressourcen komplett regelt, aka auch verbietet? Und ich beiße mich jetzt nur an diesem einen konkreten Beispiel fest. Wir könnten daraus eine lange Liste mit Hunderten weiterer machen. Der zentrale Punkt ist und bleibt, haben wir ein Bild, haben wir eine Vorstellung, in welchem System, in welchem Kontext wir uns bewegen wollen und können in Zukunft mit der Ausstattung, die wir heute haben, mit der Track Record, mit all den Erfolgen im Rücken, vielleicht auch mit einer ganz tollen Mannschaft und Frauschaft, Leute, die ihren Job mega gut machen, die Experten sind für vieles, aber sicherlich nicht nur für Technik. Und ganz sicher auch nicht nur für irgendwelche Prozesse, die in irgendwelchen Gantt-Charts oder Powerpoints abgebildet sind, sondern vor allem, wenn wir sie uns mal von der anderen Seite anschauen, eben auch Experten dafür, dann, wenn es Veränderungen braucht, dann auch zusammenzuhalten, zusammenzustehen und Wege zu finden.

Christopher Peterka:[35:07] Auch wenn der Chef oder die Chefin es vielleicht noch nicht weiß. Und in diesen Anpassungsbereich reinzugehen, der vielleicht ein bisschen unheimlich geworden ist, der auch, von Druck gekennzeichnet ist, viel Druck von außen, viel Druck auch von innen. Ich hatte ja gerade schon was gesagt zum Thema Veränderungs- und Anpassungsfähigkeit, menschliches Hirn, aber vieles ist auch Training. Denn auch das Gehirn ist ja, wie wir wissen, letztlich eine Art Muskel, Ja, also plastisch und wir können da schon eine Menge dran tun und müssen uns da nicht einfach nur sozusagen jetzt resignierend in die Defensive stellen. Gestern hat die deutsche Fußballnationalmannschaft uns ja auch vorgemacht, wie man damit umgehen kann.

Christopher Peterka:[35:51] Kopf hängen lassen und verschwinden, nichts mehr sagen und es mal so stehen lassen, finde ich unsympathisch. Ich glaube, Menschen, die für sich es schon Sinn finden konnten, die sind auch sehr gerne bereit, das gemeinsam zu tun und das vor allem eben auch in dieser unglaublich fantastischen, Zeit, in der wir uns befinden, wo wir diese intellektuelle Befreiung haben über KI-Technologien, die im Grunde ja alles, was vorstellbar ist, auch möglich werden lässt. Und da ist nun wirklich jetzt mal der Zeitpunkt gekommen, sich hinzusetzen und zu sagen, wir machen keinen Plan, sondern wir malen zusammen mal ein Bild oder am besten sogar mehrere dessen, wo wir gemeinsam gerne hinwollen könnten. Und dann können wir ja darüber streiten, was der beste Weg dorthin ist.

Markus Kuckertz:[36:37] Unglaubliche Zeit, künzliche Intelligenz und ja, die Frage ist natürlich, wenn ja alle Unternehmen den gleichen Zugang zu den gleichen Technologievorteilen haben, was macht die denn eigentlich dann unterscheidbar und woraus entsteht denn dann eigentlich noch ein Web-Web-Apps-Vorteil von Unternehmen? Wie siehst du das?

Christopher Peterka:[36:58] Einer ist ganz sicher, und das ist auch eine meiner Vorhersagen gewesen, im Katalog zu finden, Geschwindigkeit. Sicherheit, die ja zumindest im deutschsprachigen Raum extrem beliebt ist, halte ich für den falschen Parameter in dieser Zeit, beziehungsweise das Konzept, was damit immer noch verbunden wird, für im Grunde entleert. Weil Sicherheit nur entstehen kann durch Ausprobieren, durch Machen, durch Testen, durch die Bereitschaft, eben auch mehrere Wege vielleicht parallel auszukundschaften. Und ich sage es mal jetzt bewusst etwas provokant, auch mal von dem hohen Ross runterzusteigen, dass man jetzt eben ja über Jahrzehnte investiert hat und optimiert hat und deswegen jetzt wüsste, wie es ginge. Das würde ich sehr, sehr stark bezweifeln wollen, allein schon aus technischen Gründen.

Christopher Peterka:[37:53] Da würde ich die Kritik mal zentral ansetzen, um eben auch Geschwindigkeit wieder aufzunehmen. Weil Stillstand ist ein gigantisches Risiko. Man kann das auch in anderen Branchen sehen. Also eine andere beliebte, großvolumige Branche, die Immobilienbranche, die direkt ja auch mit der Finanzbranche zusammenhängt, hat sich lange fast überhaupt nicht bewegt. Viele Assets, also wir reden jetzt über Millionen von Quadratmetern, Bürofläche, Logistikfläche, Handelsfläche und auch Fabrikfläche sind nicht digital kompatibel. Sie sind damit nicht ESG-Reporting fähig und damit grob gesprochen Stranded Assets. Also im Grunde giftige Anlage, Vermögensteile, die viele Unternehmen Haut und Haare kosten. Sei es eben, weil sie im Bestand hängen und nicht mehr loszuwerden sind. Sei es, weil sie eine riesige Belastung für die Zukunft darstellen, weil die Kredite von den Banken auf solche Asset-Allokationen einfach deutlich teurer sind. Und da muss man einfach…

Christopher Peterka:[39:03] Viel früher, viel schneller dieses Thema Geschwindigkeit priorisieren. Und ein anderer Punkt, der sich ein Stück weit eben vorhin durch euer schönes Gespräch da schon gezeigt hat, ist nochmal das Thema, Haltung, Werte und daraus sehr konkret folgernd, wo wollen wir mit der Kiste hier hin? Stichwort Intention. Also wenn ich ein Ziel setzen kann, ich erinnere mich gerade dunkel, weil es eben auch schon, lange her ist, dass es mal, ich glaube, von Zauwe oder wem auch immer damals initiiert, diese Idee des Ein-Liter-Autos gab, was dann ganz schnell aber auch wieder in der Versenkung verschwand. Aber das als Beispiel nehmt, wenn ich sage, das bauen wir jetzt und das beweisen wir jetzt, dass das geht. Und wir stellen das eben auch in den Kontext dieses Weltbildes, in dem wir klar sehen.

Christopher Peterka:[39:54] Dass das Sinn macht, dass es das braucht, vielleicht nicht für jeden und auch nicht für Herrn Trump oder für Herrn Xi Jinping, ja, aber eben für, Kontinental Europa oder welchen anderen Markt auch immer, ja, dann können wir uns da mit all dem, was wir auch an Forschungskooperationen und an Ambitionen auch im eigenen Haus, ja, auch im Bereich des Nachwuchses und so weiter alles loseisen können, echt auch zeigen, ja, da müssen wir uns nicht verstecken und können da vielleicht sogar mal eine Sprunginnovation erzeugen etc. pp. Also ich glaube, es ist dann sehr stark gebunden an diese zwei Faktoren. Also einmal daran, wie schnell kann ich iterieren, wie schnell kann ich auch etwas an den Markt bringen.

Christopher Peterka:[40:40] Was bin ich, wie gesagt, auch bereit dafür an alten Überzeugungen, Prinzipien vielleicht sogar über den Haufen zu werfen? Und ich betone nochmal, das ist kein leichter Weg, weil ich werde mich zum Beispiel mit Revision, Compliance etc. Hart in die Haare kriegen müssen, weil ich Regeln werde brechen müssen, Stichwort regulatorischer Rahmen, wenn ich da hin will. Aber vielleicht muss ich das ja, denn immer noch sind es ja Unternehmen und nicht Behörden, über die wir sprechen. Und der andere Punkt ist diese Mission. Also was nehmen wir uns vor? Ich finde es fast kitschig, aber ich glaube, das ist auch mein persönliches Problem. Ich will ihn nochmal zitieren. Kennedy hat damals gesagt, shoot at the moon and land among the stars. Wer hat eigentlich irgendwann in Deutschland definiert, dass wir immer sozusagen auf Millimeterpapier auf der exakten Koordinate rauskommen müssen, wo wir es am Anfang hin behaupten, zumal wir ja meistens jetzt zumindest schon wissen, dass wir das ohnehin nicht schaffen.

Christopher Peterka:[41:42] Das scheint mir eine ziemlich verrückte sozusagen Lage geworden zu sein, wo wir eben eigentlich am liebsten simulieren wollen, die Welt wäre noch so, wie sie 1997 oder vom Jahr so auch 2007 mal war, weil wir uns darin eben irgendwie glauben, besser auskennen zu können als in der Welt, die wir heute vorfinden. Dabei wäre es doch deutlich erfolgversprechender, da mal aufzuräumen, Platz zu schaffen, zu sagen, wir lassen das jetzt los. Das heißt ja nicht, dass man die eigene Geschichte vergisst nochmal. Das heißt auch nicht, dass man sofort irgendwie alle freistellt und ab morgen auf der grünen Wiese wieder mit völlig Fremden und so weiter und ganz anders. Aber es heißt halt schon wirklich mal Luft reinlassen und nicht nur einmal irgendwie als Tagesordnungspunkt 7 bei der Vorstandsklausur im Herbst sich dann mal gönnen, irgendwie eine kreative Runde zu drehen. Das ist dann der Moment, wo der Schwanz mit dem Hund wackelt. Also das müsste man dann jetzt schon ernster nehmen und eigentlich jeden Tag daran arbeiten.

Markus Kuckertz:[42:46] Uli, wenn wir vielleicht nochmal auf den Aspekt schauen, der Zukunft ermöglichen und wie fühlen wir denn eigentlich die Menschen durch diese Zukunft? Nämlich auch für die Menschen in Unternehmen wird ja Wissen zunehmend verfügbar und durch die Large Language Modelle ist ja eigentlich alles verfügbar. Also ich habe eben mal mich erkündigt, wie denn so ein Kader der Nationalmannschaft ab September aussehen sollte und wenn er da vielleicht im Tor stehen sollte und mir Position mal ein Ranking gemacht und da ich mich da doch ein bisschen auskenne, war ich total überraschend, wie gut und akkurat das schon war. Also wer da jetzt ab September alles im Kader sein sollte und wer vielleicht auch nicht mehr. Also das hat dann schon auch vielleicht ein bisschen meine Expertise übertroffen, weil er vielleicht auch hier und da ein Spieler dabei war, den ich so noch nicht gar nicht auf dem Schirm hatte. Aber das mal als Beispiel nehmen. Welche Fähigkeiten werden denn vor allem für Mitarbeitende, aber auch für Führungskräfte wichtiger als zuvor, wenn wir das jetzt mal weiterspinnen?

Ulrich Irnich:[43:40] Also du sprichst natürlich jetzt so ein paar Sachen ab. Ich sage immer, die Zukunft, in der wir uns gerade so ein Stück weit reinbewegen, ist die Zukunft des, welche Möglichkeiten haben wir jetzt plötzlich, die wir vor drei Jahren noch nicht hatten. Wenn du mal so zwei Minuten zurückdenkst und denkst, was hatten wir in der Woche immer wir unterwegs waren für Obstacles, die uns zurückgehalten haben und was ermöglicht jetzt die Technologie eigentlich genau diese Hürden zu überkommen. Das löst so ein bisschen das Mindset vom Problembehafteten in zu, was kann man denn jetzt machen, was wir vorher nicht machen konnten. Ich glaube, so müssen wir das auch so ein Stück weit erleben. Früher musstest du fast für jede Disziplin drei bis fünf Jahre Mastering machen, bevor du einigermaßen mitreden konntest. So, jetzt kriegst du im Prinzip so eine Brain-Erweiterung, die dich im Prinzip in vielen Disziplinen schon mit dem Grundrusszeug ausstattet, um halt cross-funktional und cross-industrial zu denken. Das sind Dinge, die hätte man vor fünf Jahren sich nicht träumen lassen können. Die sind aber jetzt da. Und wenn sie jetzt da sind, stellt sich die Frage, wie nutzen wir das denn, um das zu ein Stück weit rauszunehmen. Und ich finde halt, da müssen wir die Menschen abholen, zu sagen, guck mal, welche Möglichkeiten damit existieren. Und ich glaube auch, dass das mittlerweile schon,

Christopher Peterka:[45:01] Wenn ich so.

Ulrich Irnich:[45:02] Meine Nichte und meine Neffen so aufwachsend sehe, dass das schon sehr gut adaptiert wird. Also die sind teilweise viel weiter als Menschen in Unternehmen. Und das ist ja auch einer der Shifts, die ich im Moment sehe. Du hast zu Hause mittlerweile viel, viel bessere Technologie als in Unternehmen. Also früher bist du ins Unternehmen gekommen, hast du immer den neuesten Scheiß und sorry for my French und konntest immer damit arbeiten. Mittlerweile gehst du frustriert ins Unternehmen und denkst, Gott, sind wir hier noch in der Steinzeit. Das erinnert mich ja so ein bisschen an Magnetkerne wickeln. Und Ich glaube, die Möglichkeiten müssen zugreifen und da bin ich 100% bei Christopher. Das bedeutet aber auch entschlacken. Das heißt, wir müssen einen Teil der Regulierung deutlich schlanker machen. Wir müssen auch wieder Mut haben zu experimentieren und Unternehmertum ist immer ins Risiko gehen. Und das heißt immer, ich muss was tun, was andere noch nicht gemacht haben und das kann auch im schlimmsten Fall bedeuten, wir scheitern. Aber ich glaube, in der Phase nehmen wir jetzt gerade Sinn, ist Scheitern besser als einfach den Status quo weitermachen, weil der wird sterben auf Raten sein. Vielen Dank.

Christopher Peterka:[46:09] Wenn ich ergänzen darf, Markus, und ich mache es jetzt deutlich kürzer, also vieles davon kann man auch natürlich in vielen Fachbeiträgen nachlesen, aber mal kondensiert. Also anknüpfend an deine Aussage, ja, im Grunde haben wir jetzt Wissen und Instrumente für alle zu einem so günstigen Preis und in einer so exzellenten auch Verknüpfung, ob jetzt zu Hause oder am Arbeitsplatz oder dann in der Shadow-IT, die private sozusagen am Arbeitsplatz, dass Urteilskraft viel, viel interessanter wird, als sie es vorher war, weil ich eben plötzlich in einer Dichte und in einem Volumen Lösungen, Möglichkeiten, Szenarien schaffen kann, Im Grunde, egal auf welcher Erfahrungsstufe im Unternehmen, dass es total entscheidend wird, zu sortieren.

Christopher Peterka:[47:01] Was passt in den Kontext, in dem wir uns befinden? Was passt zu den Kunden, mit denen wir derzeit unterwegs sind? Dann Orientierung geben auch als Mensch. Wir trennen im Augenblick, wie ich finde, sollten wir damit aufhören, weil es da einfach klügere Perspektiven drauf gibt. Es gibt ja viel zwischen künstlicher Intelligenz, menschlicher Intelligenz. Es wird immer noch so ein bisschen darüber gewitzelt. Immer wieder werden irgendwelche neuen Possen da durchs Dorf getrieben, in der Regel von Leuten, die eben nicht die besten Modelle benutzen, weil da hätten sie wahrscheinlich auch so eine kluge Aufstellung bekommen, wie du sie gerade da ermittelt hast für die neue Fußballnationalmannschaft, aber dann eben auch Orientierung zu geben.

Christopher Peterka:[47:45] Wo lohnt es sich jetzt auch mal Dinge vielleicht reifen zu lassen, mal die Finger davon zu nehmen, mal wieder ins echte Gespräch sozusagen zu gehen. Ich habe vorhin erzählt von Perspektivwechseln, mal bewusst sich selber zu challengen, herauszufordern, versuchen bestimmte Annahmen auch kaputt zu denken. Das ist wichtig und darüber haben wir relativ wenig gesprochen.

Christopher Peterka:[48:09] Vormachend, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Auch Verantwortung dafür, was wir die letzten 15 Jahre, vor allem so zwischen 2015 und 2015 sehr gefeiert haben, Fehler zu machen. Reden wir kaum noch drüber. Aber genau darum geht es ja gerade. Also eben zu versuchen, auch mit Hilfe der Technologie an der Seite in dieser Symphonie der Systeme, in diesem Orchester, zu schauen, was geht, was geht nicht. Wo brauche ich doch nochmal eine ganz.

Christopher Peterka:[48:45] Valide, zweite, dritte und auch irgendwo nochmal abgesicherte, vielleicht sogar zertifizierte oder regulierte Instanz oder Meinung, damit was wirklich fliegen kann und nicht, wir deuten mal kurz an oder täuschen an, was gehen könnte und lassen dann aber eigentlich die wirklich interessante Wertschöpfung dann liegen, weil es dann, weiß ich nicht, zu kompliziert oder eben zu, in Anführungszeichen, gefährlich wird, weil dann müssten wir tatsächlich mal richtiges Geld in die Hand nehmen. Weil auch da gibt es ja den Trugschluss, das sei jetzt plötzlich alles irgendwie fast für umsonst zu haben. Das ist ja Quatsch, weil je mehr ich da natürlich dann verarbeite und baue, desto kostenintensiver wird das natürlich auch. Wie bringe ich Leuten bei, dass ein ordentlicher Token-Durchsatz, wenn er denn vernünftig verantwortet und gesteuert ist, tatsächlich eben auch eine willkommene Kostenposition ist? Wo ich sage, ja, hau raus, genau den Output will ich von dir sehen oder diesen Throughput, was ja nicht heißt, dass wir die Scheine aus dem Fenster werfen. Aber das sind Stellen, die sind zur Zeit, glaube ich, in kaum einem Manual oder in kaum irgendeiner Arbeitsanweisung wirklich vernünftig geregelt.

Christopher Peterka:[49:57] Und da sollten wir uns drum kümmern, denn da entsteht dann diese neue Lebendigkeit, Stichwort Zukunftsfitness, wenn ich mich bewege und dabei muss ich mich halt auch mal dehnen, vielleicht auch aus meinem eigenen Verantwortungsbereich hinaus in einen anderen hinein und werde dann schon auch mit den entsprechenden Ansprechpartnern und Ansprechpartnerinnen zusammen da zu guten Lösungen kommen. Sich da einmauern und verstecken und hinter irgendwelchen Moratorien oder Verboten oder irgendwelchen, wie gesagt, Plänen zu verstecken, die das dann mal vorsehen für heute in neun Monaten, das macht einfach so gar keinen Sinn.

Markus Kuckertz:[50:36] Danke euch beiden vielmals für das gute und schöne Gespräch. Ich glaube, wir könnten das jetzt noch, es wäre Kandidat für alles gesagt, wahrscheinlich für den Podcast, dass man das schon auch immer weiter spinnt

Markus Kuckertz:[50:46] und immer wieder auf einen neuen Punkt nochmal kommt. Aber an der Stelle wollen wir tatsächlich den Schluss machen und uns die Frage stellen, was nehmen wir denn eigentlich aus der Folge mit? Und ja, lieber Uli, du bist ja immer unser Kandidat. Genau, diese Frage.

Ulrich Irnich:[50:59] Danke dir, lieber Markus. Also ich sage ja immer, ich nehme drei Dinge mit. Ich nehme natürlich viel, viel mehr mit, aber ich versuche es mal auf drei so ein bisschen zu kristallisieren. Das Erste, was ich mitgenommen habe, lieber Christopher, und das klaue ich, die Experience Expedition. Also zu sagen, wie komme ich eigentlich raus aus meinem Gedankenmodell und reiche das nochmal an, um halt die Illusion hinter uns zu lassen, dass wir die Außenwelt kontrollieren, obwohl wir sie gar nicht kontrollieren können, sondern eher nur Teil dessen sind. Und damit ein Stück weit uns sanft aus der Komfortzone heraus katapultieren, weil diese neuen Eindrücke, Seeing is Believing, schaffen halt auch neue Glaubenssätze oder neue Gedankenmodelle. Das fand ich sehr, sehr erfrischend. Vielen Dank dafür. Und dann haben wir so ein Stück weit über den Sinn des Unternehmens gesprochen und wie halt auch die Zukunft aussehen soll und vor allen Dingen,

Ulrich Irnich:[51:55] Mit welchen Werten wir diese Zukunft erreichen. Das ist für Unternehmen, glaube ich, schon eine wirklich sehr interessante Frage und nicht nur interessant, sondern halt auch eine zukunftsweisende Frage. Und das Dritte, was ich mir so aufgeschrieben habe, ist halt, die intellektuelle Befreiung mit den Möglichkeiten unserer Zeit schafft halt Räume, sich genau mit dem Thema, wie sieht eigentlich meine Zukunft aus, zu beschaffen. Also raus aus diesem operativen Ding und die Entscheidungen zu treffen, die notwendig sind, um mein Zukunftsbild zu malen, aber auch die Zukunft dann real werden zu lassen. Und am Ende, Markus, du hast so ein bisschen gesagt, was unterscheidet uns denn, wenn wir das alles richtig hinkriegen? Ich lasse mal die Stranded Assets im Moment mal auf Seite liegen. Die überspringe ich gerade, die habe ich über den Bauch aufgeschrieben. Am Ende ist es, welche Werte habe ich, welche Haltung habe ich und natürlich logischerweise gepaart mit Speed und Experimental Learning. Nämlich kann nur dieses neue Lernen, indem ich es ausprobiere, auch scheitere, aber gemeinsam dadurch zu lernen. Weil wir sind in der Welt, in der wir uns gerade überwählen, eigentlich alle nur Studenten. Es gibt noch keine Professoren und dafür ist dieses Speed da und wir müssen Gottverdammt nochmal unsere Spaltmaß-Mentalität einfach ad acta lesen.

Markus Kuckertz:[53:12] Ja, danke dir. Christopher, was ist dir noch wichtig?

Christopher Peterka:[53:17] Die Frage, die ich einlade, sich selbst zu stellen, wie viele Menschen habe ich heute zu etwas befähigt? Die könnte sich der oder diejenige, die zugehört hat, ja vielleicht mal vorlegen. Mir selber macht die riesen Spaß. Es schließt unmittelbar an das, was Uli gerade gesagt hat. Wir sind alle wieder Schüler und Studenten, Schülerinnen und Studentinnen und dieses.

Christopher Peterka:[53:52] Alte Mindset, ein statisches Mindset. Ich habe mal, ich habe ausgelernt. Ich habe jetzt eine Urkunde an der Wand, ein Zertifikat. Ich glaube, das ist der sichere Weg in Depressionen, in Niederlage, in Sackgasse. Und das gut studierte, auch erforschte Growth Mindset verdient vor allem diesen Blick um mich herum, also die Menschen um mich herum. Mit wem habe ich heute etwas geteilt, was ihn oder sie zu etwas befähigt hat, was ihn oder sie ein Stückchen weiterbringt? Das kann ein Millimeter sein, das kann Heureka sein. Entscheidend ist, ich habe es geteilt. Und wenn ich das tue, dann ist Sharing tatsächlich Caring. Und ich glaube, von dieser Form von Care-Arbeit haben wir bisher zu wenig gesprochen. Die braucht nämlich nicht nur die Pflege und die Medizin, sondern die braucht eben vor allem die Zukunftsfähigkeit jedes Unternehmens.

Markus Kuckertz:[55:05] Danke dir vielmals. Vielen, vielen Dank, dass du heute unser Gast warst. Danke dir für die Zeit und auch für die Einblicke und die Gedanken, die du geteilt hast.

Christopher Peterka:[55:12] Ich danke euch, es hat riesen Spaß gemacht.

Markus Kuckertz:[55:15] Das war der Digital Pacemaker Podcast mit Christopher Peterka. Folgt uns jetzt auf der Podcast-Plattform eurer Wahl und verpasst keine unserer Folgen. Viel Spaß und bis bald, euer Uli und Markus.

Ulrich Irnich:[55:26] Rock’n’Roll!